Glutenunverträglichkeit / Glutenintoleranz

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.
Die Glutenunverträglichkeit, auch nicht-zöliakische Glutenintoleranz genannt, beschreibt eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Gluten, ein Eiweiss, das in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel vorkommt. Anders als bei der Zöliakie handelt es sich dabei weder um eine Autoimmunerkrankung noch um eine Allergie. Zum anderen wird bei der Glutenunverträglichkeit die Dünndarmschleimhaut nicht dauerhaft geschädigt. Dennoch können nach der Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen entstehen. Die genauen Ursachen einer Glutenunverträglichkeit sind noch nicht vollständig geklärt, weshalb die Diagnose meist durch Ausschluss anderer Erkrankungen erfolgt. Jedoch kann eine angepasste, glutenarme Ernährung in vielen Fällen helfen, die Symptome deutlich zu lindern und die Lebensqualität wieder zu verbessern.
Was ist eine Glutenunverträglichkeit?
Die Glutenunverträglichkeit ist zurückzuführen auf eine Unverträglichkeitsreaktion des Körpers auf glutenhaltige Lebensmittel. Diese Unverträglichkeitsreaktion ist jedoch nicht eine Autoimmunreaktion, wie sie bei der Zöliakie auftritt. Dennoch reagieren Betroffene empfindlich auf Gluten, dies ist ein Eiweiss, welches in beispielsweise Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel vorkommt. Charakteristisch für die Glutenunverträglichkeit ist, dass es durch die Reaktion nicht zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut oder zur Bildung von Autoantikörpern kommt.
Im Gegensatz zu Zöliakie führt die Glutenunverträglichkeit daher nicht zu einer Zottenatrophie und nicht zu einer dauerhaften Malabsorption von Nährstoffen. Dennoch treten oftmals bei einer Glutenunverträglichkeit auch ähnliche Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme auf. Diese Beschwerden treten meist Stunden bis Tage nach der Aufnahme von glutenhaltiger Nahrung auf und können auch in der Häufigkeit und Intensität variieren.
Da es bislang noch keine eindeutigen Biomarker oder Laborwerte für die Diagnostik einer Glutenunverträglichkeit gibt, erfolgt die Diagnosestellung meist durch ein Ausschlussverfahren. Die Glutenunverträglichkeit ist daher auch als funktionelle Störung zu kategorisieren, bei der die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Bisweilen wird vermutet, dass individuelle Reaktionen auf bestimmte Eiweissbestandteile oder andere Begleitstoffe im Getreide, wie Amylase-Trypsin-Inhibitoren oder Fermentationsprodukte ursächlich sein könnten. Eine bewusste und individuell angepasste Ernährung kann daher in der Regel schon helfen, die Symptome einer Glutenunverträglichkeit zu lindern und auch das allgemeine Wohlbefinden wieder zu verbessern.
Glutenunverträglichkeit vs. Zöliakie – Was ist der Unterschied?
Die Glutenunverträglichkeit und Zöliakie werden im Alltag häufig als Synonym verwendet, medizinisch unterscheiden sie sich jedoch deutlich in ihrer Ursache und Krankheitsmechanismus.
Die Glutenunverträglichkeit (Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität) beschreibt eine rein funktionelle Reaktion des Darms auf Gluten, bei es zu Bauchdruck, Blähungen, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen kann, ohne immunologische oder strukturelle Veränderungen der Darmschleimhaut. Die Diagnose wird in der Regel durch Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt, da bisher keine spezifischen Laborparameter existieren.
Im Gegensatz dazu ist die Zöliakie eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen das Enzym Gewebstransglutaminase bildet und so die Darmzotten schädigt. Dies führt zu einer Malabsorption, Nährstoffmängeln und teils schweren Folgeerkrankungen.
Während Zöliakiepatienten eine strikt glutenfreie Ernährung lebenslang einhalten müssen, gestaltet sich das Vorgehen bei einer Glutenunverträglichkeit individuell. Entscheidend ist in beiden Fällen eine bewusste und ausgewogene Ernährung, um Beschwerden zu vermeiden und die Verdauung langfristig zu stabilisieren.
Eine Glutenintoleranz kann lange unentdeckt bleiben und die Betroffenen gesundheitlich belasten. Eine korrekte Diagnostik bildet die Basis für die wirksame Therapie.

Glutenunverträglichkeit Symptome
Die Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind meist vielfältig und können sich nicht nur auf den Verdauungstrakt, sondern auch auf den ganzen Organismus auswirken. Häufig kommt es nach der Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln zu gastrointestinalen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Des Öfteren treten begleitend auch Konzentrationsprobleme, Muskelschmerzen oder Stimmungsschwankungen auf.
Die Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind meist funktionell bedingt, also durch die Überempfindlichkeit des Verdauungssystems. Die Häufigkeit der Symptome variiert daher stark, da nicht alle Betroffenen gleich empfindlich auf Gluten reagieren.
Männer und Frauen können grundsätzlich die gleichen Symptome entwickeln, allerdings zeigen Frauen häufiger deutlich ausgeprägte und vielfältigere Beschwerden. Dies ist vermutlich auf hormonelle Einflüsse oder eine höhere Sensibilität des Verdauungssystems zurückzuführen.
Glutenunverträglichkeit Symptome Haut
Neben dem Verdauungssystem kann auch die Haut bei einer Glutenunverträglichkeit auf die Aufnahme glutenhaltiger Lebensmittel reagieren. Die Symptome sind meist deutlich unspezifischer und milder, als sie bei der Zöliakie sind. Typisch sind Juckreiz, Rötungen, Ekzeme oder nesselsuchtähnliche Hautreaktionen, die Urtikaria. Sie treten meist kurz nach dem Verzehr von glutenhaltigen Speisen auf. In manchen Fällen kann es zu trockenen, schuppigen Hautstellen oder einer allgemein empfindlicheren Hautstruktur kommen, die auf Entzündungsprozesse im Körper hinweisen kann.
Im Gegensatz zu Zöliakie, bei der eine Autoimmun-Dermatitis, die Dermatitis herpetiformis Duhring, auftreten kann, handelt es sich bei der Glutenunverträglichkeit nicht um eine autoimmune Erkrankung. Hautveränderungen entstehen viel mehr als indirekte Reaktionen, die auf Entzündungs- oder Immunprozesse hindeuten, die durch Gluten oder andere Bestandteile des Getreides ausgelöst werden.
Eine glutenfreie Ernährung kann schon oft zu einer deutlichen Besserung der Hautsymptome führen. Sollten die Symptome jedoch anhalten, ist eine ärztliche Abklärung ratsam, um auch mögliche andere Ursachen, wie Kontaktallergien, andere Nahrungsmittelallergien oder hormonelle Einflüsse auszuschliessen.
Symptome Magen und Darm bei Unverträglichkeit von Gluten
Die gastrointestinalen Beschwerden, auch als Verdauungsbeschwerden bekannt, zählen zu den häufigsten Symptomen einer Glutenunverträglichkeit. Nach der Aufnahme von Gluten reagieren viele Patienten mit Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder einem aufgeblähten Bauch. Häufig treten diese Beschwerden meist kurz nach den Mahlzeiten auf und können auch über mehrere Stunden anhalten. Des Weiteren können auch krampfartige Schmerzen, Übelkeit oder ein Wechsel in der Stuhlgang mit Durchfall oder Verstopfungen auftreten.
Ursache für die gastrointestinalen Beschwerden ist dabei keine strukturelle Schädigung der Darmschleimhaut, wie sie bei der Zöliakie auftritt, sondern eine funktionelle Überempfindlichkeit des Verdauungssystems. Diese führen folglich zu einer vermehrten Gasbildung, verzögerten Magenentleerung und Reizungen der Darmnerven, was die Beschwerden verstärken kann.
Die Intensität der Symptome kann von Person zu Person sehr stark variieren. Manche Personen haben nur gelegentlich leichte Unverträglichkeitsreaktionen, wohingegen andere deutlich spürbare Verdauungsprobleme haben. Hilfreich ist es dabei, die Ernährung gezielt zu beobachten und gegebenenfalls eine glutenfreie Diät auszuprobieren, um die Beschwerden zu lindern und die Darmfunktion wieder zu stabilisieren.
Weitere Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit
Neben den typischen Verdauungsbeschwerden kann eine Glutenunverträglichkeit auch mit eher allgemeinen, systemischen Symptomen einhergehen. Sie sind vielmehr auf eine Überreaktion des Immunsystems oder eine gestörte Nährstoffverwertung zurückzuführen. Daher kann es neben den gastrointestinalen Beschwerden auch zu einer ausgeprägten Müdigkeit oder einem anhaltenden Erschöpfungsgefühl kommen, welches nicht im Verhältnis zu einer körperlichen Belastung steht. Auch können häufig Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder ein sogenannter “brain fog” auftreten.
Darüber hinaus treten in manchen Fällen auch Muskelschmerzen oder Gelenkbeschwerden auf, die teilweise entzündlich bedingt sind oder auf eine erhöhte Empfindlichkeit des Nervensystems hinweisen können. Ebenso werden auch Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen bei manchen Personen beschrieben, die auch möglicherweise im Zusammenhang mit den veränderten Stoffwechselprozessen im Darm und einer gestörten Kommunikation zwischen Darm und Gehirn, der sogenannten Darm-Hirn-Achse, stehen.
Diese unspezifischen Symptome erschweren oftmals die Erkennung einer Glutenunverträglichkeit. Daher kann auch hier eine gezielte Ernährungsanpassung und das Beobachten von möglichen Reaktionen auf glutenhaltige Lebensmittel hilfreich sein, um Zusammenhänge zu erkennen und das allgemeine Wohlempfinden nachhaltig wieder zu verbessern.
Glutenintoleranz bei Kindern
Die Glutenintoleranz bei Kindern äussert sich häufig mit ähnlichen Symptomen wie bei Erwachsenen. Sie kann jedoch durch die Entwicklungsphasen des Kindes besondere Auswirkungen auf den Körper haben. Typisch sind auch hier das Auftreten von Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl sowie wechselnde Stuhlgewohnheiten mit Durchfall oder Verstopfung. Manche Kinder zeigen auch oftmals zusätzlich Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder wirken schnell reizbar und antriebslos, was oft fälschlicherweise als Verhaltensänderung oder Konzentrationsstörung interpretiert wird.
Besonders wichtig ist bei Kindern auch die Abgrenzung zur Zöliakie, da diese Erkrankung ähnliche Symptome verursacht, die Ursachen jedoch grundlegend verschieden sind. Bei einer Glutenintoleranz kommt es nicht zu einer Autoimmunreaktion oder Schädigung der Darmschleimhaut, während es bei einer unbehandelten Zöliakie zu bleibenden Schäden und Nährstoffmängeln kommen kann. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die körperliche Entwicklung des Kindes.
Auch eine Glutenintoleranz kann unbehandelt bei Kindern zu Wachstumsstörungen führen, da die wiederkehrenden Verdauungsprobleme die Nährstoffaufnahme und das Essverhalten der Kinder beeinträchtigen können. Daher ist auch bei Kindern eine sorgfältige Diagnostik mit Ausschluss einer Zöliakie von grosser Bedeutung. In den meisten Fällen kann bereits eine glutenarme Ernährung die Beschwerden deutlich verbessern.
Diagnostik - der Glutenunverträglichkeitstest
Die Diagnostik der Glutenunverträglichkeit gestaltet sich oftmals herausfordernd, da es bis heute noch keine spezifischen Laborwerte oder Antikörper-Nachweise gibt, die eine Glutenunverträglichkeit eindeutig bestätigen könnten. Im Gegensatz dazu gibt es bei der Zöliakie charakteristische Autoantikörper im Blut und eine Dünndarmbiopsie, die zu einer Diagnose führen können. Bei einer nicht-zöliakischen Glutenintoleranz zeigen sich jedoch in der Regel unauffällige Laborbefunde und keine Schleimhautschädigungen.
Daher erfolgt die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit meist durch ein Ausschlussverfahren. Das bedeutet, dass zunächst eine Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen werden müssen. Anschliessend kann eine Ernährungsumstellung unter Beobachtung, meist verbunden mit einem Symptomtagebuch, Hinweise auf eine Glutenunverträglichkeit liefern. Hierbei wird über mehrere Wochen dokumentiert, welche Beschwerden nach glutenhaltigen und glutenfreien Mahlzeiten auftreten. Eine Besserung der Symptome sollte daher meist nach einer glutenfreien Kost beobachtet werden. Wenn es auch gleichzeitig zu einem Wiederauftreten der Symptome bei der Aufnahme von Gluten kommt, ist dies ein starker Hinweis auf eine Unverträglichkeit.
Die ärztliche Begleitung ist hierbei jedoch wichtig, um mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass keine anderen Grunderkrankungen übersehen werden.
Glutenunverträglichkeit Selbsttest
Für zu Hause gibt es auch verschiedene Selbsttests, die Hinweise auf eine Glutenunverträglichkeit liefern können. So gibt es beispielsweise online Symptomfragebögen oder Testkits aus der Apotheke, die über Kapillarblut oder Speichelproben unspezifische Reaktionen oder Antikörper gegen Glutenbestandteile messen können. Diese Tests sind meist jedoch gegen eine Zöliakie gerichtet, weniger gegen eine nicht-zöliakische Glutenunverträglichkeit.
Die Tests selbst können zwar erste Hinweise auf eine mögliche Sensitivität liefern, sie sind jedoch nicht wissenschaftlich standardisiert und liefern daher keine eindeutige Diagnose. Häufig erfassen Selbsttests nur unspezifische Reaktionen, die auch bei anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten können.
Daher sollten Selbsttests lediglich als erste Orientierung angesehen werden, weniger als Diagnosestellung. Sollte jedoch der Verdacht einer Glutenunverträglichkeit oder einer Zöliakie bestehen, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich, um eine weitere Diagnostik und eine gezielte Ernährungsberatung einzuleiten.
Behandlung bei Unverträglichkeit von Gluten
Die Behandlung einer Glutenunverträglichkeit richtet sich in erster Linie nach der gezielten Umstellung der Ernährung, da es bisher keine medikamentöse Therapie gibt, die die Empfindlichkeit gegenüber Gluten vollständig beheben kann. Eine bewusste und genau angepasste Ernährung ist daher entscheidend um die Beschwerden zu lindern, die Verdauung wieder zu stabilisieren und auch langfristig Folgeschäden wie chronische Entzündungen, Mikronährstoffmängel oder Störungen des Immunsystems zu vermeiden.
In der Regel reicht eine Umstellung der Ernährung bereits aus, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Innerhalb weniger Wochen nimmt auch die Belastung des Verdauungssystems ab und die Schleimhautfunktion kann sich wieder normalisieren. Eine unerkannte oder unbehandelte Glutenunverträglichkeit kann dagegen zu einer anhaltenden Reizung des Darms, gestörten Aufnahme von Nährstoffen und systemischen Beschwerden führen. Daher ist eine individuell angepasste Therapie unter ärztlicher Betreuung von zentraler Bedeutung.
Glutenfreie Ernährung
Die glutenfreie Ernährung stellt die Grundlage der Behandlung einer Glutenunverträglichkeit, als auch einer Zöliakie, dar. Sie beinhaltet einen konsequenten Verzicht auf glutenhaltige Getreidesorten die Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Einkorn und Grünkern. Auch viele industriell verarbeitete Produkte können versteckte Glutenquellen enthalten, weshalb hierbei auch gründlich auf die Zutatenliste geachtet werden sollte.
Daher werden vor allem zertifizierte glutenfreie Lebensmittel empfohlen, die das offizielle glutenfreie Siegel tragen. Diese Produkte werden streng kontrolliert und dürfen eine maximale Menge an Gluten enthalten, die als sicher für empfindliche Personen eingestuft wurde.
Zudem kann eine professionelle Ernährungsberatung helfen, die glutenfreie Ernährung ausgewogen und nährstoffreich zu gestalten. Da der Verzicht auf glutenhaltige Produkte auch gleichzeitig mit einem Wegfall von wichtigen Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen einhergeht, sollten glutenfreie Lebensmittel bewusst ausgewählt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen
- Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen
- Kartoffeln und Süsskartoffeln
- Obst, Gemüse, Nüsse und Samen
- Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte
Eine genaue Übersicht über geeignete und ungeeignete Lebensmittel können Sie in der untenstehenden Tabelle unter “Was essen und was nicht” als Orientierung finden.
Nahrungsergänzungen und Tabletten bei Glutenunverträglichkeit
Neben der Ernährungsumstellung können auch gezielt Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Enzympräparate bei der Glutenunverträglichkeit eine unterstützende Rolle spielen. Bestimmte Enzyme, insbesondere DPP-IV-Enzyme (Dipeptidylpeptidase IV), sind in der Lage, die Glutenfragmente teilweise abzubauen, bevor sie Beschwerden auslösen können. Diese Präparate können beispielsweise bei einer unbeabsichtigten Aufnahme von Gluten, wie etwa im Restaurant oder auf Reisen, sehr hilfreich sein, um mögliche Reaktionen abzumildern. Hier sollte jedoch erwähnt werden, dass sie kein Ersatz für eine glutenfreie Ernährung sind, sondern lediglich eine ergänzende Massnahme darstellen.
Darüber hinaus kann es bei einer länger unerkannten Glutenunverträglichkeit oder einer unausgewogenen Ernährung auch zu Mangelzuständen kommen. Hierbei kommt es vor allem zu einem Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D, Zink und Magnesium. In solchen Fällen kann eine gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Diese sollte jedoch in Rücksprache mit einem Arzt stattfinden, um mögliche Überdosierungen zu vermeiden.
Eine ganzheitliche Therapie der Glutenunverträglichkeit kombiniert somit eine bewusste Ernährung, regelmässige Kontrollen und gegebenenfalls ergänzende Massnahmen, um das Verdauungssystem zu entlassen, Entzündungsprozesse zu reduzieren und auch die allgemeine Stoffwechsel Gesundheit zu fördern.
Glutenunverträglichkeit - was essen und was nicht?
Die Ernährung spielt bei einer Glutenunverträglichkeit eine wichtige Rolle, da sie die einzige wirksame Therapieform darstellt, um Beschwerden zu lindern und die Verdauung langfristig zu stabilisieren. Während bei der Zöliakie ein strikter und lebenslanger Verzicht auf Gluten unerlässlich ist, gestaltet sich die Ernährung bei einer nicht-zöliakischen Glutenunverträglichkeit flexibler.
Dinkel und Glutenunverträglichkeit
Dinkel wird als verträgliche Alternative zu Weizen angesehen, jedoch enthält er ebenfalls Gluten und zwar in relevanter Menge. Für Menschen mit einer Zöliakie ist Dinkel daher streng verboten, da er dieselben Immunreaktionen der Darmschleimhaut auslöst wie Weizen. Auch bei einer Glutenunverträglichkeit können daher Empfindlichkeitsreaktionen auf Dinkel oder Dinkelmehl auftreten, da die enthaltenen Glutenproteine ähnlich schwer verdaulich sind. Daher vertragen nur ein paar Personen, die unter einer leichten Unverträglichkeit leiden, kleinere Mengen Dinkel besser, was daher individuell ausprobiert werden sollte.
Hafer und Glutenunverträglichkeit
Hafer sollte jedoch nochmals differenziert betrachtet werden. Das in Hafer enthaltene Avenin ist strukturell dem Gluten sehr ähnlich, löst jedoch bei den meisten Betroffenen keine Immunreaktion aus. Wichtig ist jedoch die Reinheit des Hafers. Herkömmlicher Hafer ist oft verunreinigt mit Weizen, Roggen oder Gerste und ist daher nicht für eine glutenfreie Ernährung geeignet. Zu solchen Verunreinigungen kommt es vor allem während der Verarbeitung des Hafers.
Ein zertifizierter glutenfrei produzierter Hafer gilt hingegen bei einer Glutenunverträglichkeit als sehr gut verträglich. Dennoch sollte der Körper langsam an den Hafer gewöhnt werden, da es anfangs trotzdem zu vorübergehenden Verdauungsbeschwerden kommen kann.
Roggen und Glutenunverträglichkeit
Roggen zählt zu den glutenreichsten Getreidesorten und ist daher sowohl bei der Zöliakie als auch bei einer Glutenunverträglichkeit nicht verträglich. Das Gluten, welches in Roggen enthalten ist, führt bei empfindlichen Personen zu den klassischen Verdauungsbeschwerden und Entzündungsreaktionen. Roggenhaltige Produkte wie Roggenbrot, Pumpernickel, Vollkornprodukte oder Mischmehle sollten daher vermieden werden. Da Roggen auch in vielen Brotsorten mitverarbeitet ist, sollte besonders beim Kauf von Backwaren und Fertigprodukten darauf geachtet werden. Roggen kann nämlich schon in kleinsten Mengen Beschwerden auslösen.
Reis und Glutenunverträglichkeit
Reis ist von Natur aus glutenfrei und ist damit eine der besten Alternativen in der glutenfreien Ernährung. Reis ist nicht nur gut verdaulich, sondern auch vielseitig einsetzbar und sowohl bei der Zöliakie als auch bei einer Glutenunverträglichkeit sehr gut verträglich. n
Neben dem klassischen Reis stellen auch Reismehl, Reispasta, Reiswaffeln und Reisbrot gute Optionen zu glutenhaltigen Produkten dar. Reis enthält unter anderem auch wichtige Mineralstoffe und Vitamine.
Weizen und Weizenprodukte
Weizen ist die Hauptquelle von Gluten und stellt für Personen, die an Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit leiden, das grösste Problem dar. Weizen ist häufig in vielen Lebensmitteln enthalten, sei es in Brot, Nudeln, Pizza oder Gebäck. Daher sollte konsequent auf zertifizierte glutenfreie Alternativen geachtet werden. Neben dem klassischen Weizen sollte auch auf verwandte Arten wie Hartweizen, Grünkern, Emmer und Kamut geachtet werden, da sie auch Strukturen des Glutens enthalten und somit zu klassischen Symptomen einer Intoleranz oder Unverträglichkeit führen.
Mais und Kartoffeln
Mais und Kartoffeln sind auch von Natur aus glutenfrei und stellen neben Reis ein sehr gutes Nahrungsmittel für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie dar. Sie liefern langsam verfügbare Kohlenhydrate, sind sättigend und auch vielseitig einsetzbar. Maismehl, Polenta oder Kartoffelstärke eignen sich zudem auch als glutenfreie Alternative zu Weizenmehl beim Backen oder Kochen. Mais und Kartoffeln sind daher essentiell für eine ausgewogene, sichere und abwechslungsreiche glutenfreie Ernährung geworden.
Milch- und Milchprodukte
Milch und die meisten Milchprodukte sind grundsätzlich glutenfrei, sie können jedoch in verarbeiteter Form versteckt Gluten enthalten. Besonders bei Joghurt, Desserts, Schmelzkäse oder aromatisierten Milchdrinks sollte zusätzlich auf die Zutaten geachtet werden, da Verdickungsmittel oder weitere Bestandteile Gluten enthalten können. Bei empfindlichen Personen kann manchmal auch eine sekundäre Laktoseintoleranz bestehen, wenn die Darmschleimhaut schon gereizt ist. In diesen Fällen empfiehlt es sich vorübergehend auch laktosefreie Produkte in die Ernährung zu integrieren.
Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch
Unverarbeitetes Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch sind in der Regel immer glutenfrei und bilden die Basis einer sicheren Ernährung für Menschen, die unter einer Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit leiden. Sie liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, Ballaststoffe und Proteine. Vorsicht sollte jedoch bei verarbeiteten Produkten geboten sein, wie mariniertem Fleisch, paniertem Fisch, fertigen Salaten oder Gemüsekonserven, da hier oftmals hier Mehl, Gewürzmischungen oder Bindemittel mit Gluten zugesetzt werden. So lässt sich sagen, je natürlicher das Produkt, desto sicherer.
Glutenunverträglichkeit und Schokolade, Bier und weiteres
Bei Schokolade hängt die Verträglichkeit stark von der Zusammensetzung ab. Reine dunkle oder Vollmilchschokolade ist in der Regel glutenfrei, während Sorten mit Keksstücken, Crisps oder Füllungen Gluten enthalten können.
Bier stellt für Betroffene ein besonderes Risiko dar, da es in der Regel aus Gerste oder Weizen gebraut wird und somit glutenhaltig ist. Nur besondere glutenfreie Biersorten, die enzymatisch behandelt oder aus glutenfreien Rohstoffen bestehen, sind für Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, geeignet.
Andere alkoholische Getränke wie Wein, Sekt oder reiner Schnaps gelten als glutenfrei, da das Gluten im Destillationsprozess oftmals zerstört wird. Dennoch sollte bei Cocktails oder anderen aromatisierten Getränken auf die Zusatzstoffe geachtet werden.
Auch Süsswaren, Müsliriegel, Gewürzmischungen oder Fertigprodukte sollten genauer betrachtet werden, da Gluten dort häufig als versteckter Zusatz vorkommt. Daher sind eine bewusste Auswahl der Produkte und zertifizierte glutenfreie Marken der beste Weg, um die Ernährung sicher, glutenfrei und beschwerdefrei zu gestalten.
Häufigste Fragen zu dem Thema Glutenunverträglichkeit
Im Folgenden wollen wir auf Ihre häufigsten Fragen rund um das Thema Glutenunverträglichkeit eingehen, um Ihnen ein besseres Verständnis für Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten dieser weit verbreiteten Nahrungsmittelunverträglichkeit zu vermitteln und sie von einer Zöliakie abzugrenzen.
Eine Glutenunverträglichkeit und eine Glutenallergie sind zwei verschiedene Erkrankungen. Während die Unverträglichkeit eine nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktion des Verdauungssystems auf Gluten darstellt, handelt es sich bei der Allergie um eine echte Immunreaktion auf Bestandteile des Getreides, bei der Antikörper gebildet werden und Symptome wie Hautausschlag, Atembeschwerden oder Schwellungen auftreten können.
Einen spezifischen Labortest für den Nachweis einer Glutenunverträglichkeit gibt es derzeit nicht. In der Regel wird sie durch Ausschluss anderer Erkrankungen, insbesondere Zöliakie und Weizenallergie, sowie durch eine sogenannte Eliminationsdiät diagnostiziert. Dabei werden glutenhaltige Lebensmittel über einige Wochen gemieden und anschliessend kontrolliert wieder eingeführt, um die körperliche Reaktion zu beobachten.
Eine Glutenunverträglichkeit äussert sich durch unspezifische, meist funktionelle Beschwerden des Verdauungssystems und allgemeine Symptome. Typisch sind Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen, die sich meist nach glutenhaltigen Mahlzeiten verstärken. Die Beschwerden können stark variieren und sind oft nicht dauerhaft, sondern eher phasenweise ausgeprägt.
Bei einer Glutenallergie treten Symptome meist direkt nach dem Kontakt mit Gluten auf, meist in Form von Hautausschlägen, Juckreiz, Schwellungen oder Atembeschwerden; sie sind typische Anzeichen für allergische Reaktionen. Eine Glutenintoleranz hingegen zeigt sich durch verzögerte, meist milde Verdauungsbeschwerden, etwa Blähungen, Bauchschmerzen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen, ohne dass eine allergische Immunreaktion beteiligt ist.
Zu den typischen Anzeichen einer Glutenunverträglichkeit zählen Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Völlegefühl, häufig begleitet von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsproblemen. Manche Betroffene berichten auch über Gelenkbeschwerden, Hautreizungen oder eine generelle Leistungsabnahme. Die Symptome treten meist Stunden bis Tage nach glutenhaltigen Mahlzeiten auf und können in ihrer Intensität stark schwanken.
Bei einer Glutenunverträglichkeit sind alle natürlich glutenfreien Lebensmittel gut geeignet. Dazu gehören Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Eier. Ausserdem sind viele Produkte als zertifiziert glutenfrei erhältlich, etwa glutenfreie Nudeln, Brote oder Backwaren, die speziell für empfindliche Personen hergestellt werden.
Eine Glutenunverträglichkeit wird in der Regel durch Ausschlussdiagnostik festgestellt. Zuerst werden Zöliakie und Weizenallergie durch Bluttests ausgeschlossen, anschliessend folgt eine Ernährungsbeobachtung oder Eliminationsdiät.
Gemieden werden sollten alle glutenhaltigen Getreidesorten, also Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Grünkern und Kamut, sowie daraus hergestellte Produkte wie Brot, Gebäck, Nudeln, Pizza, Paniermehl und Bier. Auch bei Fertigprodukten, Sossen, Wurstwaren oder Süssigkeiten ist Vorsicht geboten, da sie versteckte Glutenquellen enthalten können.
Weiterführende Informationen
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