Borreliose

Borreliose

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.

Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die auch als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit bezeichnet wird. Die Erkrankung wird durch Bakterien der Gattung Borrelia ausgelöst. Dabei können verschiedene Organe (Multiorganerkrankung) betroffen sein und sich vielfältige Symptome bemerkbar machen.
Eine Infektion kann überall in Europa stattfinden, wobei besonders Wälder und hohe Wiesen eine Gefahr darstellen.

Übertragung von Borreliose

Borreliose wird in den meisten Fällen durch Zecken übertragen. Eine infizierte Zecke kann beim Zeckenstich die Borrelien-Erreger auf den Menschen übertragen. Selten kann es aber auch zu einer Infektion durch Mücken oder Bremsen kommen.
Ein Zeckenstich wird im Volksmund auch als Zeckenbiss bezeichnet, wobei die Entnahme des Blutes mit einem Stechrüssel stattfindet. Nicht alle Zecken sind infiziert, und nicht jeder Zeckenstich führt unweigerlich zu einer Übertragung der Erreger. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich mit Borreliose infiziert zu sein, erhöht, weshalb Vorsicht geboten sein sollte.

Wanderröte

Die Wanderröte, auch als Erythema migrans bezeichnet, ist ein kritisches Symptom im Frühstadium der Infektionskrankheit Borreliose, die in ca. 70% der Fälle auftritt. Es handelt es sich um eine immunologische Reaktion der Haut um die Einstichstelle, die mit einer kreisrunden Rötung einhergeht. Eine solche Wanderröte kann Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich entstehen und ist ein deutlicher Hinweis für eine Borreliose-Infektion. Die betroffene Person sollte sofort einen erfahrenen Arzt konsultieren.

Dr. med. Karsten Ostermann M.A.

Die Borreliose kann ziemlich viel Schaden in unserem Körper anrichten. Mit Hilfe eines individuell angepassten Therapieplans kann den Betroffenen effektiv geholfen werden.

Dr. Karsten Ostermann

Frühstadium der Borreliose

Bei der Borreliose können die ersten Symptome Tage bis Monate nach der Infektion stattfinden. Daher beschreibt der Begriff Frühstadium bei Borreliose eine Zeitspanne bis zu 6 Monate. In dieser Zeit können folgende Symptome auftreten:

  • Entzündungen und Schmerzen in Gelenken und Muskeln
  • Kopfschmerzen
  • Neuralgien (Schmerzen entlang der Nerven)
  • Symptome der Hirnnerven, besonders Fazialisparese
  • Störungen der Empfindung (Sensibilitätsstörungen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Sehprobleme z.B. Doppelbilder

Das Frühstadium geht fliessend in das chronische Stadium über, welches vorherrscht, wenn 6 Monate nach der Infektion immer noch Symptome vorhanden sind.

Chronische Borreliose und Spätfolgen

Das Frühstadium geht bei unzureichender Ausheilung fliessend in ein chronisches Stadium über, welches vorherrscht, wenn sechs Monate nach der Infektion noch immer Symptome bestehen. In der klassischen Schulmedizin wird bei anhaltenden Beschwerden nach einer durchgemachten Antibiotika-Therapie häufig vom sogenannten Post-Treatment Lyme Disease Syndrom (PTLDS) gesprochen. Die integrative Medizin geht hierbei oft von einer latent persistierenden Entzündung oder chronischen Belastung des Immunsystems aus, was zu vielfältigen Krankheitsmanifestationen führt.

Die Symptome einer chronischen Borreliose umfassen:

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Fatigue
  • Entzündungen und Schmerzen in Gelenken und Muskeln
  • Neurologische Störungen z.B. Polyneuropathien
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautprobleme (z.B. Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer)
  • Sehstörungen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Hormonelle Störungen
  • Immunologische Entgleisungen
  • Vegetative Fehlregulationen

Bei der chronischen Verlaufsform der Borreliose kommt es zu vielfältigen systemischen Symptomen, weshalb es zu unterschiedlichen Differentialdiagnosen kommt.

Behandlung von Borreliose

Die konventionelle Behandlung einer aktiven Borreliose erfolgt primär mit geeigneten Antibiotika, welche entsprechend individueller Laboruntersuchungen ausgewählt werden sollten. Die Auswahl des Medikaments und die Behandlungsdauer hängen von der Phase der Krankheit und den vorherrschenden Symptomen ab.

Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie können bei langanhaltenden Beschwerden oder Spätfolgen (wie PTLDS) komplementärmedizinische Ansätze in Betracht gezogen werden. Um das Immunsystem zu modulieren und die chronische Entzündungslast zu senken, können Methoden wie die lokale Hyperthermie, Ozontherapie oder gezielte Infusionstherapien begleitend eingesetzt werden. Bei schwerwiegenden, therapieresistenten Verläufen werden in spezialisierten Zentren mitunter auch Blutwäsche-Verfahren (wie die INUSpherese®) evaluiert. In der Naturheilkunde kommen zudem oft antientzündliche Pflanzenstoffe (Phytotherapie) oder Heilpilze unterstützend zum Einsatz. Auch ein korrekt abgestimmter Ausgleich von Mikronährstoffmängeln und die Wiederherstellung der Darmgesundheit sollten berücksichtigt werden. Wichtig: Diese integrativen Verfahren dienen stets als unterstützende Massnahme und dürfen eine notwendige antibiotische Akutbehandlung nicht ersetzen.

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Borreliose

Das Krankheitsbild Borreliose hat viele komplexe Zusammenhänge und wirft bei betroffenen Patienten viele verschiedene Fragen auf. In diesem Abschnitt gehen wir auf die häufig gestellten Fragen ein.

Idealerweise sollten Sie nach einem Zeckenstich bzw. Zeckenbiss unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Sofern ein Arztbesuch nicht möglich ist, achten Sie unbedingt auf die sich zeigenden Symptome: Bei einer Wanderröte ist ein Besuch beim Arzt dringend notwendig.

Bei einem Zeckenstich bzw. Zeckenbiss sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der auf Borreliose spezialisiert ist.

Wenn jemand von Spätfolgen einer Borreliose spricht, so werden damit in der Regel die Symptome einer Borreliose im chronischen Stadium (6 Monate nach der Infektion) bezeichnet. Die Symptome können alle Organsystem betreffen und sehr vielfältig ausfallen. So leiden Betroffene z.B. unter Fatigue, neurologischen Beschwerden, Magen-Darm-Problemen, entzündlichen Schmerzen der Gelenke und Muskeln usw.

Video zum Thema chronische Infektionen

Weiterführende Informationen

Die aufgelisteten Informationen beinhalten relevante Themen und dienen dem besseren Verständnis.