Lokale Hyperthermie

Hyperthermie Therapie

Die lokale Hyperthermie ist eine innovative Therapieform, bei der gezielt ein Bereich des Gewebes erwärmt wird. Besonders bei der Behandlung von Krebs und chronischen Schmerzzuständen zeigt diese Methode vielversprechende Ergebnisse. Mit einer Frequenz von 13,56 MHz kann das Krebsgewebe stärker erhitzt werden als das umliegende gesunde Gewebe.

Die lokale Hyperthermie wird auch als regionale Hyperthermie oder lokale Tiefenhyperthermie bezeichnet.

Wie funktioniert die lokale Hyperthermie?

Bei der lokalen Hyperthermie wird eine spezielle Frequenz von 13,56 MHz verwendet, um das biologische Gewebe zu erwärmen. In der Alpine BioMedical setzen wir das Gerät Celsius 42 ein, das mit zwei symmetrisch angeordneten Applikatoren und einer Gesamtleistung von 600 Watt eine präzise und tiefe Erwärmung des betroffenen Gewebes ermöglicht.

Das Tumorgewebe wird bei der lokalen Hyperthermie wesentlich stärker erwärmt als das gesunde Körpergewebe. Dies führt zu einer gezielten thermischen Schädigung des kranken Gewebes. Die Gründe dafür sind:

  • Die Wellen werden gezielt in den Tumor gebündelt.
  • Tumore haben eine ungeordnete Struktur im Vergleich zu gesunden Geweben, was zu einer höheren Ionenmobilität und Dielektrizitätskonstante führt. Dies ermöglicht eine höhere Energieaufnahme und bessere Polarisation in elektrischen Feldern, was zu einer stärkeren Erwärmung des Krebsgewebes führt.
  • Tumorgewebe besitzt eine primitive Blutversorgung und kann die Durchblutung nicht so effektiv steigern wie gesundes Gewebe. Dadurch wird die Hitze im Tumor nicht gut abtransportiert und staut sich. Dies führt zu einer Unterversorgung der Tumorzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen, wodurch die Krebszellen geschädigt werden und absterben.
  • Durch den Hitzestau kommt es zu einer Übersäuerung des Tumors, was die Schädigung und das Absterben der Krebszellen weiter beschleunigt.
  • Krebszellen bilden ab einer Erwärmung von 42 °C Hitzeschockproteine auf ihrer Oberfläche aus. Diese Strukturen werden vom Immunsystem erkannt, was die Zerstörung der Krebszellen durch natürliche Killerzellen in Gang setzt. Gesunde Zellen zeigen diese Eigenschaft erst bei weitaus höheren Temperaturen.
  • Die elektromagnetischen Felder, die bei der lokalen Hyperthermie entstehen, stören die Kommunikation zwischen den Krebszellen. Dies blockiert Signale zur Zellteilung und verhindert das Wachstum des Krebses. Gesunde Zellen sind davon nicht betroffen.
  • Ab einer Temperatur von 44 °C wird auch das angrenzende gesunde Gewebe erwärmt. Es kommt jedoch nicht zu einer Schädigung, da die Durchblutung zunimmt und die Wärme effektiv abgeführt werden kann.

Diese unterschiedlichen Wirkungen zwischen gesundem Gewebe und Krebs begründen die hohe Effektivität gegen Krebs und die gute Verträglichkeit dieser Methode.

Anwendungsgebiete der lokalen Hyperthermie

Die lokale Hyperthermie wird bei vielen Krebsarten erfolgreich angewendet, darunter:

Auch Patienten mit chronischen Schmerzen können von der lokalen Hyperthermie profitieren. Die gezielte Wärmeanwendung kann den chronischen Zustand in einen akuten überführen und dem Immunsystem zugänglich machen. Durch die Wärme werden auch körpereigene Hormone wie Cortisol bzw. Cortison freigesetzt, die Schmerzen und Entzündungen lindern.

Ablauf der lokalen Hyperthermie

Während der lokalen Hyperthermie liegen Sie bequem auf der Hyperthermie-Liege. Die beiden Applikatoren werden so ausgerichtet, dass sie symmetrisch die Tumorregion optimal erreichen. Die Applikatoren erzeugen therapeutische Wellen von 13,56 MHz, die durch das gesunde Gewebe und den Krebs strahlen. Im Krebsgewebe erfolgt eine höhere Energieabsorption und Polarisation, wodurch die Strahlen dort verstärkt in Wärme umgewandelt werden. Das gesunde Gewebe wird ebenfalls erwärmt, kann die Hitze jedoch durch die Erweiterung der Gefäße leicht abführen, was die lokale Hyperthermie sehr verträglich macht. Ein innovatives Überwachungssystem kontrolliert den Prozess und verhindert Rötungen und Verbrennungen.

Die Zieltemperatur im Krebsgewebe wird schnell erreicht, sodass die Behandlung etwa 60 Minuten dauert. In der Regel wird die lokale Hyperthermie in einer Serie von 8 bis 12 Sitzungen angewendet, um die bestmögliche Schädigung des Tumors zu erreichen.

Die Therapie kann effektiv mit anderen Maßnahmen kombiniert werden, wie z.B. Ganzkörperhyperthermie, aktive Fiebertherapie, Chemotherapie oder Strahlentherapie.

Dr. med. Karsten Ostermann M.A.

Die lokale Hyperthermie ist ein nachweislich effektives Therapieverfahren bei verschiedenen Arten von Krebs und sollte in ein integratives Konzept eingebettet werden.

Dr. Karsten Ostermann

Weiterführende Informationen

Die weiterführenden Informationen sollen dazu dienen, Ihnen einen besseren Überblick über das Themengebiet zu verschaffen.