Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs, auch als Ovarialkarzinom bezeichnet, zählt zu den bösartigen Tumorerkrankungen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Aufgrund seiner oftmals eher schleichenden Entwicklung bleibt die Erkrankung insbesondere im Frühstadium häufig noch unentdeckt. Frühwarnzeichen treten entweder selten auf oder äussern sich durch unspezifische Beschwerden, die leicht fehlinterpretiert werden können. Besonders das häufige Fehlen von anfänglichen Symptomen macht eine frühzeitige Diagnose besonders schwierig und unterstreicht die Relevanz einer gezielten Aufklärung. Ein umfassendes Verständnis der möglichen Risikofaktoren, Frühsymptome sowie der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ist daher von grosser Bedeutung.

Was ist Eierstockkrebs?

Beim Eierstockkrebs, dem sogenannten Ovarialkarzinom, handelt es sich im engeren Sinne um eine maligne Neubildung, die in einem oder beiden Ovarien entsteht. Die Eierstöcke spielen eine zentrale Rolle in der weiblichen Fortpflanzung. Sie übernehmen hierbei essentielle Funktionen, wie das Heranreifen der Eizellen, oder zum anderen produzieren sie wichtige Sexualhormone, insbesondere Östrogene und Gestagene, die sowohl den Menstruationszyklus als auch zahlreiche weitere wichtige Prozesse im weiblichen Körper steuern.

Der Begriff „Tumor“ bezeichnet allgemein eine Gewebeneubildung, die gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein kann. Handelt es sich dabei um eine bösartige Veränderung des epithelialen Gewebes, also dem Gewebe, welches Schleimhäute oder Drüsen ausgekleidet, spricht man von einem „Karzinom“. Beim Ovarialkarzinom, der häufigsten Form von Eierstockkrebs, geht der Tumor vor allem von den Epithelzellen der äusseren Rinde des Eierstocks aus. Seltener können bösartige Veränderungen auch aus den Keimzellen oder dem hormonproduzierenden Stromagewebe entstehen. Die Krebszellen im Ovar entstehen in der Regel durch genetische Veränderungen in den Zellen des Eierstockgewebes, die dazu führen, dass natürliche Teilungs- und Reparaturmechanismen ausser Kraft gesetzt werden. Häufig handelt es sich dabei um Veränderungen oder Mutationen in sogenannten Tumorsuppressorgenen. Die defekten Zellen entgehen dadurch der körpereigenen Kontrolle und beginnen, sich unkontrolliert zu vermehren. Als Folge dieser Fehlregulation entsteht ein bösartiger Tumor, der das Potential entwickelt, invasiv zu wachsen und Metastasen zu bilden.

Das Ovarialkarzinom betrifft besonders häufig Frauen nach der Menopause, also typischerweise Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Dennoch können auch jüngere Patientinnen, die sich noch in einem reproduktiven Alter befinden, an Eierstockkrebs erkranken. Eierstockkrebs ist eine der häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen mit einer vergleichsweise ungünstigen Prognose, was vor allem auf die späte Diagnosestellung zurückzuführen ist. Daher sind eine gute Aufklärung und ein genaueres Verständnis wichtig, um mögliche Anzeichen früh zu erkennen und zu behandeln.

Arten von Eierstocktumoren

Eierstocktumore stellen eine vielfältige Gruppe von Gewebsformationen dar, die sich in ihrer Entwicklung, ihren zellulären Eigenschaften und ihrem biologischen Verhalten erheblich unterscheiden können. Neben gutartigen Veränderungen treten besonders häufig auch bösartige Neubildungen auf, bei denen eine genaue Kenntnis der Histopathologie sowohl für die Diagnose als auch für die Wahl der geeigneten Therapie und Prognose von entscheidender Bedeutung ist. Im Folgenden werden wir Ihnen die wichtigsten Formen von Eierstocktumoren und ihre typischen Merkmale etwas genauer vorstellen.

Epitheliales Ovarialkarzinom

Das epitheliale Ovarialkarzinom ist eine der häufigsten Formen von Eierstockkrebs und macht etwa 90 % aller bösartigen Eierstocktumore aus. Es entwickelt sich aus den Zellen, die die Oberfläche der Eierstöcke bedecken, dem sogenannten Ovarialepithel. In vielen Fällen breitet sich dieser Tumor charakteristisch über die Bauchhöhle aus, zum Beispiel auf das Bauchfell, das Zwerchfell oder den Darm.

Das epitheliale Ovarialkarzinom lässt sich zudem in weitere Subtypen gliedern, darunter das seröse, muzinöse, endometrioide und das klarzellige Karzinom, die sich jeweils in ihrem Krankheitsverlauf und ihrem Ansprechen auf die Behandlung unterscheiden. Das hochgradige seröse Karzinom, auch abgekürzt als HGSC, ist dabei der häufigste Subtyp der epithelialen Ovarialkarzinome und wird oft mit genetischen Veränderungen, insbesondere der Mutation in den BRCA1/2 Genen, in Verbindung gebracht. Es wächst besonders schnell und wird in der Regel erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Keimzell Ovarialkarzinom

Ovarielle Keimzelltumore entstehen aus den Zellen, die sich ursprünglich zu Eizellen entwickeln. Obwohl sie nur etwa fünf Prozent aller Formen von Eierstockkrebs ausmachen, stellen sie eine bedeutende Gruppe von Tumoren dar, insbesondere weil sie typischerweise bei jüngeren Frauen und sogar bei Jugendlichen auftreten. Die Tumore zeichnen sich häufig durch ihr schnelles Wachstum aus, jedoch sprechen sie in der Regel sehr gut auf eine Behandlung mit Chemotherapie an und können somit gut kontrolliert werden. Trotz des potenziell aggressiven Krankheitsverlaufs ist die Prognose relativ gut, auch wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist.

Eine Besonderheit vieler Keimzelltumore ist ihre Fähigkeit, bestimmte Hormone oder Tumormarker zu produzieren, wie beispielsweise dem Alpha-Fetoprotein (AFP) oder humanes Choriongonadotropin (beta-hCG). Ihr Nachweis im Blut ist besonders gut für die Diagnose als auch für die Überwachung des Krankheitsverlaufs und des Behandlungserfolges geeignet. Zu den bekanntesten Formen dieser Tumorart gehören die Teratome, die aus verschiedenen Gewebearten, wie Haut-, Knochen- oder Haarstrukturen, bestehen können und daher in ihrer Zusammensetzung besonders vielfältig sind. Dottersacktumore hingegen gelten als eine sehr aggressive Form von Keimzelltumoren, sie sprechen aber in der Regel gut auf moderne Therapiekonzepte an. Die häufigste Form des Keimzelltumors ist das Dysgerminom, das vor allem bei jungen Frauen auftritt und eine sehr gute Prognose hat, sofern es rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Keimstrangtumore

Eine eher seltene, aber klinisch dennoch bedeutsame Form von Eierstocktumoren entwickelt sich aus dem Stütz- und Bindegewebe des Eierstocks, welches auch als Keimbahnstromagewebe bezeichnet wird. Tumore, die aus diesem Gewebe stammen, sind bekannt als Keimstrangtumore. Sie unterscheiden sich in ihrer biologischen Aktivität und ihrem Erscheinungsbild deutlich von anderen Ovarialtumoren, da sie häufig hormonell aktiv sind, insbesondere indem sie Östrogene produzieren. Klinisch kann sich eine solche Hormonproduktion durch Zyklusstörungen, ungewöhnlich starke oder unregelmässige Blutungen bemerkbar machen. Dies gilt auch bei Frauen, die sich bereits in der Postmenopause befinden. Solche Symptome sollten daher ernst genommen werden, da sie ein Hinweis auf eine hormonell aktive Neubildung sein können.

Ein typischer Vertreter dieser Tumorgruppe ist der Granulosazelltumor, der zu den häufigsten hormonproduzierenden Eierstocktumoren gehört. Er zeichnet sich oft durch ein sehr langsames Wachstum aus, wodurch er über viele Jahre unentdeckt bleiben kann. Gleichzeitig produziert er in der Regel Östrogene, die zu typischen hormonellen Symptomen führen können. Granulosazelltumoren werden therapeutisch in der Regel operativ behandelt. Im Vordergrund steht dabei die vollständige Entfernung des Tumors. Je nach Alter der Patientin, Kinderwunsch und Stadium des Tumors kann der Umfang der Operation auf die individuellen Bedürfnisse genauer abgestimmt werden. Des Weiteren ist eine engmaschige Nachsorge unerlässlich, da auch Spätrezidive möglich sind. In bestimmten Fällen kann auch eine zusätzliche antihormonelle oder chemotherapeutische Behandlung in Betracht gezogen werden, insbesondere bei bereits fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Fällen.

Gutartige Eierstocktumore

Allerdings sind nicht alle Tumore in den Eierstöcken bösartig. Eine grosse Anzahl von Tumoren sind hingegen gutartigen Ursprungs. Dazu gehören Zystadenome und Fibrome, die die häufigsten gutartigen Neubildungen des Eierstocks bilden. Diese Tumore zeichnen sich in der Regel durch ein langsames Wachstum und ein geringes Risiko der Bösartigkeit aus. In vielen Fällen bleiben sie symptomlos und werden erst bei einer gynäkologischen Untersuchung oder bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Ultraschalluntersuchung zufällig entdeckt.

Die klinischen Symptome sind im Allgemeinen sehr unspezifisch, wie beispielsweise ein Druck- oder Völlegefühl im Unterbauch, leichte Schmerzen, unklare Menstruationsunregelmässigkeiten oder eine Vergrösserung im Bereich des Unterleibs. In der Regel sind diese Symptome auf die zunehmende Grösse der Masse oder ihre Lageveränderung im Becken zurückzuführen, die benachbarte Organe beeinträchtigen kann. Das therapeutische Vorgehen bei gutartigen Eierstocktumoren gestaltet sich in den meisten Fällen sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Grösse des Tumors, den Symptomen, dem Alter der Patientin und ihrem Wunsch, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten. Oftmals ist es daher zunächst ratsam abzuwarten und durch regelmässige sonographische Kontrollen das Fortschreiten des Tumors zu überwachen.

Borderline-Tumore hingegen stellen eine besondere diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Diese Art der Tumore liegt in ihren Eigenschaften zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. Obwohl sie atypische Zellveränderungen und ein potenziell invasives Wachstum aufweisen, metastasieren sie in der Regel nicht und haben eine relativ gute Prognose. Zudem ist auch der seltene Brenner-Tumor erwähnenswert. Er ist ein meist gutartiger, epithelialer Ovarialtumor, der sich histologisch durch urothelähnliche Zellhaufen kennzeichnet. Obwohl er in den meisten Fällen keine klinischen Symptome verursacht, sollte auch hier eine differenzierte Diagnose gestellt werden, um eine angemessene Therapieentscheidung treffen zu können. In jedem Fall ist eine sorgfältige Abklärung durch erfahrene gynäkologische Onkologen unerlässlich, um eine sichere Unterscheidung zwischen gutartigen, grenzwertigen und bösartigen Tumoren zu ermöglichen und somit eine bestmöglich passende Behandlungsstrategie zu entwickeln.

Ovarialzysten

Eierstockzysten sind flüssigkeitsgefüllte Ausstülpungen, die sich häufig während des natürlichen Hormonzyklus bilden. Sie entstehen während des Eisprungs, wenn sich der Follikel nicht wie erwartet zurückbildet, sondern sich mit Flüssigkeit füllt. Diese sogenannten funktionellen Zysten, wie die Follikel- oder Gelbkörperzysten, sind in der Regel harmlos und bilden sich oftmals innerhalb weniger Wochen oder Monate von selbst zurück. Daher werden sie streng genommen nicht direkt als echte Tumore klassifiziert. Je nach Grösse und Lage der Zyste können verschiedene Symptome auftreten. Typische Symptome sind dabei unspezifische Bauchschmerzen, ein bestehendes Druck- oder Völlegefühl sowie Menstruationsunregelmässigkeiten.

Besondere Aufmerksamkeit ist jedoch geboten, wenn eine Zyste rupturiert, also plötzlich platzt. Dies kann akute Bauchschmerzen verursachen, die oft sehr stark sind und eine dringend notfallmedizinische Behandlung erfordern. Eine Ruptur kann auch zu inneren Blutungen führen, vor allem wenn grössere Gefässe betroffen sind. Die Symptome einer Zystenruptur ähneln oft denen einer akuten Blinddarmentzündung, was die Diagnose in manchen Fällen erschweren kann. Die Diagnose erfolgt jedoch in der Regel mittels transvaginalem Ultraschall, mit welchem die Grösse, Form und Struktur der Zyste genauer beurteilt werden kann. In den meisten Fällen ist nach Entdecken einer Zyste ohne Ruptur keine chirurgische Behandlung erforderlich, da eine engmaschige Überwachung ausreichend ist, insbesondere bei funktionellen Zysten im gebärfähigen Alter.

Ursachen und Risikofaktoren für Eierstockkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Eierstockkrebs sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Wie bei vielen Krebserkrankungen handelt es sich jedoch um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, bei denen genetische, hormonelle und umweltbedingte Einflüsse eine entscheidende Rolle spielen. Auch wenn nicht in jedem Fall eine eindeutige Ursache benannt werden kann, lassen sich dennoch eine Reihe von Risikofaktoren identifizieren, die das Erkrankungsrisiko an Eierstockkrebs erhöhen können.

  • Höheres Lebensalter: Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, nimmt mit dem Lebensalter deutlich zu. Besonders häufig wird die Erkrankung bei Frauen nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert, mit einem Häufigkeitsgipfel in der Altersgruppe zwischen 60 und 70 Jahren.
  • Kinderlosigkeit und Unfruchtbarkeit: Frauen, die noch keine Kinder zu Welt gebracht haben oder unfruchtbar sind, haben ein erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Eine mögliche Erklärung ist die erhöhte Anzahl von Ovulationszyklen im Leben einer Frau, da jeder Eisprung im Eierstockgewebe mikroskopische Zellschäden verursachen kann.
  • Hormontherapie nach der Menopause: Eine langjährige Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, insbesondere mit Östrogenen, wird mit einem leicht erhöhten Risiko für Eierstockkrebs in Verbindung gebracht. Die hormonelle Stimulation des Ovarialepithels könnte dabei zur Tumorentwicklung beitragen.
  • Übergewicht: Adipositas stellt einen relevanten Risikofaktor dar, da Fettgewebe aktiv Hormone wie Östrogene produziert. Diese erhöhte Östrogenkonzentration kann das Zellwachstum im Eierstockgewebe fördern und somit zur Krebsentstehung beitragen.
  • Familiäre Vorbelastung und Genveränderungen: Mutationen in den sogenannten BRCA1- und BRCA2-Genen, die auch mit Brustkrebs in Verbindung stehen, erhöhen das Risiko deutlich. Frauen mit diesen genetischen Veränderungen wird oftmals eine vorsorgliche Entfernung der Eierstöcke empfohlen.
  • Kontakt mit Asbest: Ein Zusammenhang zwischen Asbestexposition und Ovarialkarzinomen wurde bereits in mehreren Studien beobachtet. Die feinen Asbestfasern können über die Atemwege oder peritoneal aufgenommen werden und entzündliche Reaktionen im Ovarialgewebe begünstigen.

Eierstockkrebs Symptome & Anzeichen

Eierstockkrebs gilt als eine besonders herausfordernde Krebsart, da er im Frühstadium meist keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden verursacht. Die Eierstöcke liegen tief im Bauchraum und können sich dort frei bewegen. Diese anatomische Lage erleichtert es dem Tumorwachstum, lange Zeit unbemerkt zu bleiben. Erst wenn sich der Tumor über das Organ hinaus ausbreitet oder in der Bauchhöhle Entzündungsreaktionen hervorruft, können spürbare Symptome auftreten. Die Krankheit ist daher zum Zeitpunkt der Diagnose oft bereits fortgeschritten.

Erstes Symptom: Bauchumfangszunhame bei Eierstockkrebs

Ein häufiges erstes Symptom von Eierstockkrebs ist eine Zunahme des Bauchumfangs, welche oftmals von Blähungen und einem unangenehmen Völlegefühl begleitet wird. Diese Veränderungen entstehen meist durch eine sogenannte Aszites, also die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum. Die Aszites kann durch den Tumor verursacht werden, der das Lymphsystem oder venöse Abflüsse beeinträchtigt, wodurch Flüssigkeit in den Bauchraum gelangt. Häufig treten mit der Aszites begleitend Bauchschmerzen auf, die im Verlauf durch eine zunehmende Flüssigkeitsansammlung verstärkt werden können. Daher sollten Patientinnen, die plötzlich eine unerklärliche Zunahme des Bauchumfangs bei sich bemerken, dies ärztlich abklären lassen, da es ein frühes Anzeichen für Eierstockkrebs sein könnte.

Eierstock Schmerzen

Schmerzen im Bereich der Eierstöcke sind relativ häufig und können viele Ursachen haben, die nicht immer nur auf eine Krebserkrankung hindeuten müssen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Ovulationsschmerzen, Zystenbildung oder lediglich leichte Entzündungen der Eierstöcke, die während des Menstruationszyklus vereinzelt auftreten können. Diese Schmerzen sind daher oft einseitig lokalisiert und verschwinden in der Regel nach einigen Stunden oder Tagen. Die häufigste Ursache für Schmerzen der Eierstöcke sind Zysten, die sich direkt am Eierstock entwickeln. In eher seltenen Fällen können auch Eierstocktumore oder Eierstockkrebs Schmerzen verursachen, allerdings handelt es sich hier meist um diffuse, unspezifische Beschwerden, die schwer zu lokalisieren sind. Im Allgemeinen sollte jedes unerklärliche oder langanhaltende Auftreten von Schmerzen der Eierstöcke ärztlich untersucht werden.

Weitere Begleitsymptomatik bei Eierstockkrebs

Neben den typischen Symptomen wie der Zunahme des Bauchumfangs und Bauchschmerzen können bei Eierstockkrebs auch weitere Begleiterscheinungen auftreten. Zu den häufigeren Symptomen gehören Miktionsbeschwerden wie ein häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen, und Stuhlveränderungen wie Verstopfung oder Durchfall. Ihr Auftreten kann durch den Tumor bedingt sein, da dieser durch seine Lage auf benachbarte Organe Druck ausüben kann. Auch Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder ein Völlegefühl sind nicht ungewöhnlich und können auf eine Tumorerkrankung im Bauchraum hinweisen. Zusätzlich zu den körperlichen Symptomen leiden viele Patientinnen an der sogenannten B-Symptomatik, die allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und eine reduzierte Leistungsfähigkeit umfasst. Diese Symptome entstehen durch die fortschreitende Erkrankung und den erhöhten Energieverbrauch des Körpers im Kampf gegen den Tumor.

Jede dieser Symptome, insbesondere wenn sie gleichzeitig auftreten oder länger andauern, erfordert eine ärztliche Untersuchung. Eierstockkrebs ist eine Krebserkrankung, die oft schwer frühzeitig zu erkennen ist, da die Symptome leicht mit anderen, weniger ernsthaften Erkrankungen verwechselt werden können.

Eierstockkrebs Diagnose

Die Diagnose von Eierstockkrebs erfolgt meist über eine Kombination verschiedener diagnostischer Verfahren, da die Symptome und Anzeichen der Erkrankung häufig unspezifisch und in frühen Stadien noch wenig ausgeprägt sind. Auch deshalb wird der Tumor oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Die diagnostischen Methoden umfassen unter anderem gynäkologische Untersuchungen, die Bestimmung von Tumormarkern, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT und MRT sowie in einigen Fällen eine intraoperative Biopsie. Um eine präzise Diagnose zu stellen, werden in der Regel mehrere Untersuchungen durchgeführt, um ein klareres Bild bezüglich der Art, Malignität und Lage des Tumors zu gewinnen.

Gynäkologische Untersuchung

Bei der gynäkologischen Untersuchung wird der Bauchraum der Patientin abgetastet und durch eine vaginale Untersuchung den Zustand der Eierstöcke beurteilt. Obwohl dies eine wichtige Erstuntersuchung darstellt, sind Eierstocktumore im Frühstadium oft schwer zu ertasten, insbesondere wenn der Tumor noch recht klein ist. Deshalb wird eine Diagnose in der Regel erst in fortgeschritteneren Stadien gestellt, wenn der Tumor bereits etwas gewachsen ist und auffällige Symptome verursacht. Dennoch kann eine gynäkologische Untersuchung Hinweise auf eine mögliche Erkrankung liefern.

Eierstockkrebs Tumormarker

Ein wesentlicher Bestandteil der Diagnostik bei Verdacht auf Eierstockkrebs ist die Blutuntersuchung zur Bestimmung sogenannter Tumormarker. Dies sind kleine Moleküle, die im Blut zirkulieren und auf das Vorhandensein von Krebszellen hinweisen können. Der am häufigsten verwendete Tumormarker für Eierstockkrebs ist der CA-125. Ein erhöhter CA-125-Wert kann auf das Vorliegen von Eierstockkrebs hinweisen, jedoch ist dieser Marker auch bei anderen Erkrankungen, wie der Endometriose, erhöht. Daher ist der CA-125-Wert allein nicht ausreichend für eine spezifische Diagnose, sondern muss zusammen mit anderen diagnostischen Verfahren wie Ultraschall und CT interpretiert werden.

Eierstockkrebs: Ultraschall, CT und MRT

Die bildgebenden Verfahren spielen eine zentrale Rolle in der Diagnostik von Eierstockkrebs. Insbesondere der transvaginale Ultraschall ist eine sehr wichtige Untersuchungsmethode, da er eine detaillierte Darstellung der Eierstöcke und zudem der  umliegenden Strukturen ermöglicht. Beim transvaginalen Ultraschall wird ein spezieller Schallkopf in die Vagina eingeführt, um die Eierstöcke direkt darzustellen. So können Tumore oder Zysten im Eierstockbereich direkt erkannt werden. Oft wird auch der Ultraschall des Bauchraums eingesetzt, um so die Ausdehnung des Tumors zu überprüfen und mögliche Metastasen zu identifizieren.

Falls der Ultraschall Hinweise auf einen Tumor liefern sollte, werden häufig weitere ergänzende bildgebende Verfahren wie das CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt. Beide Verfahren bieten eine noch genauere Darstellung und können insbesondere die Ausbreitung des Tumors im Körper genauer abbilden. CT und MRT ermöglichen es, sowohl den Tumor selbst als auch eventuelle Lymphknotenmetastasen oder Fernmetastasen zu visualisieren. Sie sind somit entscheidend für die Stadieneinteilung der Erkrankung und die Planung der weiteren Therapie.

Intraoperative Biopsie

In einigen Fällen, wenn der Verdacht auf Eierstockkrebs besteht und eine genauere histologische Bestätigung erforderlich ist, kann eine intraoperative Biopsie durchgeführt werden. Hierbei werden während einer Operation Gewebeproben aus dem vermuteten Tumorbereich entnommen, um sie auf Krebszellen zu untersuchen. Eine Biopsie kann hilfreich sein, um den Verdacht einer Krebserkrankung zu bestätigen oder auszuschliessen. Jedoch ist eine intraoperative Biopsie auch mit einem Risiko verbunden, während des Eingriffs Krebszellen in den Bauchraum zu verschleppen, was zu einer Streuung des Tumors führen könnte. Aus diesem Grund wird die intraoperative Biopsie nur in Ausnahmefällen durchgeführt. Stattdessen wird in den meisten Fällen eine intraoperative Malignitätsbeurteilung vorgenommen, bei der der Tumor nach der Entnahme des Gewebes vollständig entfernt wird, um sicherzustellen, dass keine Krebszellen zurückbleiben.

Klassifikation von Eierstockkrebs

Die Klassifikation von Eierstockkrebs spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose und Therapieplanung, da sie das Ausmass der Erkrankung bestimmen kann. Sie ermöglicht es, den Tumor in verschiedene Stadien einzuordnen, was wiederum Rückschlüsse auf die Prognose und die besten Therapieoptionen zulässt. Zu den gängigen Klassifikationssystemen gehören die FIGO-Klassifikation sowie die TNM-Klassifikation, die beide dazu dienen, das Tumorstadium so präzise wie möglich einzuschätzen. Diese Systeme beurteilen entscheidende Faktoren, wie zum Beispiel die Grösse des Tumors, dessen Ausbreitung und die Metastasierung. Eine genaue Klassifikation des Tumors ist nicht nur entscheidend für die Wahl der richtigen Therapie, sondern auch für die Beurteilung der Prognose. Sie kann besonders auch helfen, die passende Behandlungsstrategie festzulegen, sei es eine chirurgische Entfernung des Tumors, Chemotherapie oder auch andere unterstützende Therapien.

FIGO Klassifikation Ovarialkarzinom

Die FIGO-Klassifikation ist ein weltweit anerkanntes Klassifikationssystem zur Stadieneinteilung von Ovarialkarzinomen. Sie wurde von der Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique (FIGO) entwickelt und hilft dabei, das genaue Ausmass der Erkrankung zu beurteilen. Sie wird meist neben der klassischen TNM-Klassifikation verwendet, wobei sie in erster Linie die Ausbreitung des Tumors und das Stadium der Erkrankung beschreibt. Aufgrund der späten Diagnose des Eierstockkrebses, welche häufig erst im Stadium 3 oder 4 gestellt wird, ist die Prognose in vielen Fällen leider ungünstig.

Die FIGO-Klassifikation unterteilt den Eierstockkrebs in vier Stadien, die jeweils eine unterschiedliche Ausprägung der Erkrankung widerspiegeln und damit auch die Prognose und die Therapieoptionen massgeblich beeinflussen.

Vier Felder zeigen die FIGO-Stadien von Eierstockkrebs
Das Bild zeigt vier Stadien von Eierstockkrebs (FIGO I–IV).

FIGO 1

Stadium 1 des Eierstockkrebses beschreibt im engeren Sinne einen Tumor, der lediglich auf die Eierstöcke begrenzt ist. Der Krebs hat sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf benachbarte Organe ausgebreitet. Dieser frühe Krebsbefund bietet in der Regel eine günstige Prognose, da der Tumor eindeutig lokalisiert ist und mit einer chirurgischen Entfernung vollständig beseitigt werden kann. Das Risiko einer Metastasierung ist in diesem Stadium noch sehr gering. Dies bietet in der Regel eine vorteilhafte Grundlage für  gute Heilungschancen, vor allem, wenn die Patientin auch keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen hat.

FIGO 2

Im Stadium 2 hat sich der Tumor bereits über den Eierstock hinaus auf benachbarte Organe im Beckenbereich ausgebreitet, wie die Gebärmutter oder die Eileiter. Es handelt sich dennoch weiterhin um eine lokal fortgeschrittene Form des Eierstockkrebses. Die Prognose ist zwar weniger günstig als im Stadium 1, jedoch sind die Heilungschancen immer noch relativ hoch, sofern der Tumor vollständig chirurgisch entfernt werden kann. In diesem Stadium wird häufig auch eine Chemotherapie ergänzend zu der Operation empfohlen, um kleinste eventuell zurückgebliebene Tumorreste zu beseitigen und das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

FIGO 3

Im Stadium 3 hat sich der Tumor auf weitere Organe im Bauchraum ausgebreitet, einschliesslich des Bauchfells (Peritoneum). Charakteristisch sind im Stadium 3 auch die Lymphknoten im Beckenbereich mit befallen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Tumor bereits fortgeschritten und die Behandlung gestaltet sich deutlich komplexer. In vielen Fällen ist eine chirurgische Entfernung des Tumors nur noch teilweise möglich, da der Krebs bereits weite Teile des Bauchraums betroffen hat. Eine intensive Chemotherapie ist daher in der Regel notwendig, um die Krebszellen zu bekämpfen und das Wachstum des Tumors zu hemmen. Die Prognose im Stadium 3 ist bereits schlechter, da der Tumor in vielen Fällen schon Metastasen gebildet hat. Die Heilungschancen sind daher nur begrenzt, aber eine Remission kann durch aggressive Therapieansätze in manchen Fällen erreicht werden.

FIGO 4

Das Stadium 4 stellt die fortgeschrittenste Form des Eierstockkrebses dar, bei der der Tumor auf weiter entfernte Organe wie die Leber, Lunge oder andere Körperbereiche metastasiert ist. Dieser Zustand ist meist mit einer schlechten Prognose verbunden, da der Krebs in diesem Stadium deutlich schwerer zu kontrollieren ist. Die Lebenserwartung kann dennoch stark variieren. Im genaueren Fall hängt sie jedoch in erster Linie von der Ausbreitung des Krebses und dessen Ansprechbarkeit auf die Behandlung ab. In vielen Fällen ist eine vollständige Heilung in diesem Stadium bereits nicht mehr möglich. Die Behandlung zielt daher vor allem darauf ab, Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und das Fortschreiten des Krebses so gut wie möglich zu verlangsamen. Chemotherapie und weitere gezielte Therapien können helfen, das Tumorwachstum zu bremsen, jedoch bleibt die Prognose wegen der fortgeschrittenen Metastasierung ungünstig.

Ist Eierstockkrebs heilbar?

Eierstockkrebs ist eine Form von Krebs, die oftmals zu den bösartigsten Arten gezählt wird. Seine späte Diagnose ist häufig der zentrale Grund, warum die Heilungschancen in vielen Fällen schlechter sind. Die Symptome von Eierstockkrebs sind zu Beginn der Erkrankung oft recht unspezifisch und können so leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Aus diesem Grund wird der Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt, wenn er bereits auf benachbarte Organe oder sogar entfernte Körperregionen metastasiert hat. In den ersten Stadien der Krankheit, wenn der Tumor noch lokal begrenzt ist und sich noch nicht ausgebreitet hat, sind die Heilungschancen deutlich höher. In fortgeschrittenen Stadien, in denen der Tumor auf bereits andere Organe sich ausgebreitet hat, ist eine vollständige Heilung oftmals leider nicht immer möglich. Dennoch gibt es zunehmend Fortschritte in der Behandlung von fortgeschrittenem Eierstockkrebs, die es ermöglichen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, den Patientinnen ein gutes Leben zu ermöglichen und bestehende Symptome zu lindern.

Eierstockkrebs Behandlung

Die Behandlung von Eierstockkrebs richtet sich vor allem nach dem Stadium der Erkrankung. Während in frühen Stadien eine Operation in Kombination mit einer Chemotherapie oft eine vollständige Heilung ermöglichen kann, konzentrieren sich Behandlungsmöglichkeiten in fortgeschrittenen Stadien vermehrt auf die Linderung der Symptome und das Verlangsamen des Tumorwachstums. Verschiedene Therapieansätze werden daher individuell abgestimmt und miteinander verknüpft, um einen optimalen Erfolg zu erlangen.

Eierstockkrebs Operation

Die operative Entfernung ist ein zentraler Bestandteil in der Behandlung von Ovarialkarzinomen, vor allem in den frühen Stadien der Erkrankung. Dabei wird der Tumor so gut wie möglich vollständig entfernt, um das Wachstum des Tumors zu stoppen und die weitere Ausbreitung in andere Körperbereiche zu verhindern. Je nach Ausbreitung des Krebses wird häufig eine radikale Operation durchgeführt, die nicht nur die betroffenen Eierstöcke, sondern auch die Gebärmutter und angrenzende Lymphknoten entfernt. In fortgeschrittenen Stadien können auch Teile des Bauchfells betroffen sein, weshalb diese ebenfalls entfernt werden können. Die Entscheidung für eine Operation ist in der Regel abhängig vom Stadium des Krebses. In den frühen Stadien, in denen der Tumor noch lokal auf die Eierstöcke begrenzt ist, hat die Operation sehr gute Heilungschancen. Doch auch in fortgeschrittenen Stadien, in denen Metastasen aufgetreten sind, kann eine Operation helfen, das Tumorvolumen zu reduzieren, was die Effektivität nachfolgender Behandlungen wie Chemotherapie erhöhen kann.

Eine Operation ist jedoch ein grosser Eingriff, der mit Risiken verbunden ist, wie postoperativen Schmerzen, Verdauungsproblemen oder hormonellen Veränderungen, insbesondere wenn beide Eierstöcke entfernt wurden. Zudem können auch psychische Belastungen, wie die Angst vor der Krebserkrankung und die Veränderungen des Körperbildes, in manchen Fällen belastend für die Patientinnen sein. Auch die Prognose nach der Operation hängt vom Stadium des Krebses ab. Sollte der Tumor bereits Metastasen gebildet haben, ist die Heilungschance oftmals geringer, aber die Operation bleibt trotzdem oft ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um das Krebswachstum dennoch zu stoppen.

Eierstockkrebs Chemotherapie

Als Ergänzung, neben den operativen Massnahmen, wird in der Behandlung von Eierstockkrebs ergänzend die Chemotherapie eingesetzt, um Krebszellen zu zerstören und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Sie kommt in der Regel nach der Operation zum Einsatz, um noch verbliebene Krebszellen zu bekämpfen. In fortgeschrittenen Stadien, in denen eine vollständige Entfernung des Tumors nicht mehr möglich ist, wird die Chemotherapie auch primär zur Tumorbekämpfung eingesetzt.

Grundlage der Chemotherapie sind zytotoxische Medikamente, die gezielt Krebszellen angreifen und deren Wachstum hemmen. Platin-basierte Medikamente gehören zu den wirksamsten Chemotherapeutika bei Eierstockkrebs. Sie zerstören die DNA der Krebszellen, was ihre Teilung und Vermehrung verhindert. In vielen Fällen wird die Chemotherapie in Kombination mit anderen Arzneimitteln verabreicht, um ihre Wirkung nochmals zu steigern.

Trotz der Effektivität kann die Chemotherapie mit vielen Nebenwirkungen verbunden sein. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und Müdigkeit, da die Medikamente nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde, körpereigene Zellen angreifen. Insbesondere die Blutbildung kann daher beeinträchtigt werden, was das Risiko von Infektionen oder Blutungen erhöht. Einige Patientinnen erleben auch eine Verminderung der Fruchtbarkeit, vor allem nachdem beide Eierstöcke entfernt wurden oder die Chemotherapie die Eizellen geschädigt hat. In vielen Fällen gibt es unterstützende Massnahmen und Medikamente, die helfen, die Nebenwirkungen zu lindern und die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.

Immuntherapie beim Ovarialkarzinom

Die Immuntherapie wird zu einen der neueren Behandlungsoption bei Ovarialkarzinomen gezählt und findet vor allem bei fortgeschrittenen Stadien des Eierstockkrebs, der auf traditionelle Therapien wie Chemotherapie nicht mehr anspricht, Anwendung. Die Immuntherapie nutzt dabei das körpereigene Immunsystem, um Krebszellen gezielt zu bekämpfen. Sie ist besonders vielversprechend, da sie den Krebs nicht direkt angreift, sondern das Immunsystem aktiviert, um die Tumorzellen zu erkennen und selbst  zu zerstören.

Ein häufig eingesetztes Medikament in der Immuntherapie ist  , ein monoklonaler Antikörper, der die Blutversorgung von Tumoren unterbricht, indem er die Bildung neuer Blutgefässe hemmt. Mittels dieser Therapie wird der Tumor geschwächt, da er somit nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Bevacizumab wird häufig in Kombination mit Chemotherapien verwendet, um die Wirkung der Behandlung zu verstärken und die Gefahr eines Rückfalls zu verringern.

Obwohl die Immuntherapie eine vielversprechende Behandlungsoption ist, können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten gehören dabei Bluthochdruck und eine erhöhte Neigung zu Blutgerinnseln. In einigen Fällen können auch bei der immuntherapeutischen Behandlung gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten. Dennoch stellt die Immuntherapie eine wichtige Erweiterung der Behandlungsoptionen dar, insbesondere für Patientinnen, die auf andere Behandlungen nicht mehr ausreichend ansprechen. So kann die Lebensqualität von Betroffenen verbessert und die Lebensdauer verlängert werden, insbesondere bei fortgeschrittenen Stadien.

Komplementärmedizinische Behandlung Eierstockkrebs

Die Behandlung von Eierstockkrebs umfasst in der Regel eine Kombination aus chirurgischen, chemotherapeutischen und in manchen Fällen auch immuntherapeutischen Ansätzen. Neben diesen konventionellen Methoden gewinnen komplementärmedizinische Behandlungen zunehmend an Bedeutung, da sie als unterstützende Massnahmen zur Linderung von Symptomen, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Wirkungsverstärkung der Standardtherapien eingesetzt werden können.

Die Hyperthermie bezeichnet die gezielte Anwendung von Wärme, wodurch in bestimmten Körperbereichen die Temperatur kontrolliert erhöht wird, um das Tumorwachstum zu verlangsamen und die Wirksamkeit anderer Therapien zu verstärken. Grundlage dieser Behandlung ist es, dass Krebszellen empfindlicher gegenüber Wärme sind als gesunde Zellen sind. Die Hyperthermie kann in Verbindung mit Chemotherapie oder Strahlentherapie angewendet werden. Durch die Wärmezufuhr wird die Blutversorgung der Tumoren verbessert und die Tumorzellen sensibilisiert, wodurch sie besser auf verabreichte Zytostatika ansprechen.

Die Misteltherapie ist eine der bekanntesten komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden und wird in vielen europäischen Ländern ergänzend zur Krebstherapie eingesetzt. Mistelpräparate stammen von verschiedenen Mistelarten und enthalten bioaktive Substanzen, die das Immunsystem stimulieren. Die Misteltherapie hat ihren Ursprung in der pflanzlichen Heilmedizin und wird in der Krebstherapie oft zur Stärkung des Immunsystems und zur Linderung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie eingesetzt. Es gibt Studien, die zeigen, dass Mistelpräparate das Immunsystem aktivieren, Entzündungsreaktionen beeinflussen und das Allgemeinbefinden nach einer Chemotherapie deutlich verbessern können. Folglich lässt sich sagen, dass die Misteltherapie dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern sowie das allgemeine Wohlbefinden während der Behandlung zu steigern.

Die Infusionstherapie wird zunehmend als eine weitere komplementärmedizinische Massnahme in der Krebstherapie eingesetzt. Insbesondere Vitamin C-Infusionen haben in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Vitamin C hat antioxidative Eigenschaften und wird aufgrund seiner Fähigkeit, das Immunsystem zu stärken und oxidativen Stress zu reduzieren, verwendet. So können hohe Dosen von Vitamin C in intravenöser Form das Wachstum von Krebszellen verlangsamen und in einigen Fällen die Wirkung von Chemotherapie verstärken. Vitamin C kann auch dazu beitragen, typische Nebenwirkungen einer Chemotherapie, wie Müdigkeit, Übelkeit und Schmerzen, zu lindern.

Zusätzlich zur Misteltherapie, Hyperthermie und Vitamin C gibt es noch mehrere komplementäre Ansätze, die in der Behandlung von Eierstockkrebs berücksichtigt werden können. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Omega-3-Fettsäuren: Diese sind vor allem in Fisch wie Lachs enthalten und haben entzündungshemmende Eigenschaften. Einige Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren das Tumorwachstum verlangsamen und in Kombination mit Chemotherapie die Behandlungsergebnisse verbessern können.
  • Antioxidantien: Antioxidantien wie Vitamin E und Selen haben das Potenzial, den Körper vor Schäden durch freie Radikale zu schützen, die durch eine Chemotherapie verursacht werden können. In einigen Studien wurde gezeigt, dass Antioxidantien die Nebeneffekte der Behandlung reduzieren und das Immunsystem stärken können.

Auch das Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle im menschlichen Immunsystem. Es wird angenommen, dass Vitamin D das Risiko für die Entstehung bestimmter Krebserkrankungen senken kann. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass ein gut gefüllter Vitamin-D-Spiegel das Tumorwachstum hemmen und metastasierende Prozesse bei Eierstockkrebs beeinflussen kann. Vitamin D wird daher vermehrt als unterstützende Alternative empfohlen, insbesondere in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung und Sonnenlichtexposition.

Im Allgemeinen lässt sich somit sagen, dass komplementärmedizinische Behandlungsansätze, die in ein vollwertiges, individuelles Behandlungskonzept eingebettet sind, eine wirksame Unterstützung bei Eierstockkrebs sein können.

Vorsorge von Eierstockkrebs - Schützende Faktoren

Es gibt verschiedene protektive Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs verringern können. Meist ist dies auf eine Reduktion der Häufigkeit der Ovulationen (Eisprünge) zurückzuführen. Jede Ovulation ist mit einer Zellteilung verbunden, bei der es zu Mutationen kommen kann. Eine niedrigere Zahl an Ovulationen senkt somit das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Zu den wichtigsten schützenden Faktoren gehören beispielsweise mehrere Geburten, lange Stillzeiten, die Einnahme der Antibabypille oder auch eine Sterilisation.

Frauen, die viele Kinder bekommen und über längere Zeit stillen, haben tendenziell weniger Ovulationen. Während der Schwangerschaft und durch das Stillen wird der Eisprung unterdrückt, was zu einer Reduktion der Zellteilungen im Eierstock führt. Ähnlich wirkt sich auch die Antibabypille auf das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken aus, da sie den Eisprung unterdrückt. Frauen, die die Pille über mehrere Jahre einnehmen, haben ein deutlich geringeres Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, wobei die Nebenwirkungen der Antibabypille abgewogen werden sollten.

Diese Faktoren reduzieren die Anzahl der Ovulationen und verringern so das Risiko für Eierstockkrebs.

Nachsorge und Rehabilitation

Die Zeit nach der primären Therapie bei Eierstockkrebs ist von zentraler Bedeutung und umfasst sowohl die medizinische Nachsorge als auch körperliche und seelische Rehabilitation. Ziel ist es hierbei, ein mögliches Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen, mögliche Spätfolgen der Therapie zu behandeln und die Patientin nachhaltig in ihrer Lebensqualität zu unterstützen. In den ersten drei Jahren erfolgt die Nachsorge in der Regel vierteljährlich, danach halbjährlich und ab dem fünften Jahr jährlich. Sie wird häufig der jeweiligen Risikokonstellation der Patientin angepasst. Neben der medizinischen Betreuung spielt auch die psychische Verarbeitung der Erkrankung eine wichtige Rolle. Viele Patientinnen erleben die Zeit nach der Therapie als emotional herausfordernd, da sie von Ängsten, Unsicherheiten und dem Wunsch nach Normalität geprägt sein können. Eine professionelle psychologische Begleitung, wie etwa durch psychoonkologische Fachkräfte, kann helfen, mit diesen Belastungen besser umzugehen und die eigene Lebensqualität zu verbessern. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa über Selbsthilfegruppen oder spezialisierte Onlineforen, wird von vielen Frauen als unterstützend und entlastend erlebt. Des Weiteren können auch Rehabilitationsmassnahmen umfassende Angebote zur Wiederherstellung der körperlichen Belastbarkeit, zur Stärkung des Immunsystems und zur seelischen Stabilisierung bieten. Trotz möglicher Langzeitfolgen nach der Erkrankung gelingt es vielen Patientinnen, wieder aktiv am Alltag teilzunehmen.

Dr. med. Karsten Ostermann M.A.

Zusätzlich zu den klassischen Behandlungen können ergänzende Therapien in Betracht gezogen werden, um den Behandlungserfolg zu verbessern und die Nebenwirkungen zu verringern. Eine enge Zusammenarbeit mit Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen hat sich bei der Behandlung von Eierstockkrebs bewährt.

Dr. Karsten Ostermann

Häufige Fragen und Antworten zu Eierstockkrebs

Im folgenden Abschnitt wollen wir genauer auf Ihre häufigsten Fragen eingehen, damit sie die Erkrankung mit Eierstockkrebs in ihrer Entstehung, Symptome und Behandlung genauer verstehen lernen können:

Die Früherkennung von Eierstockkrebs gestaltet sich in der Regel schwierig, da es keine verlässliche Screeningmethode für noch asymptomatisch erkrankte Frauen gibt. Weder der Ultraschall noch Blutuntersuchungen wie der Tumormarker CA-125 sind in frühen Stadien ausreichend spezifisch oder sensitiv, um eine klare Diagnose stellen zu können. Symptome wie anhaltende Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Zyklusstörungen sollten daher ernst genommen werden. Auch Frauen mit familiärer Vorbelastung wird daher eine engmaschige Überwachung oder genetische Beratung dringend empfohlen.

Eierstockkrebs tritt überwiegend bei bereits älteren Frauen auf. Daher liegt das durchschnittliche Diagnosealter etwa bei 68 Jahren. Besonders häufig erkranken Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Vor dem 40. Lebensjahr ist das Ovarialkarzinom hingegen sehr selten, dennoch können, durch bestimmte Faktoren, auch Frauen in jüngeren Lebensjahren erkranken. Im Allgemeinen lässt sich sagen ,dass das Risiko an einem Ovarialkarzinom mit zunehmendem Alter deutlich steigt.

Bei etwa 10 bis 15 % der Eierstockkrebserkrankungen liegt eine genetische Ursache vor, welche häufig vererbt werden. Genetische Ursachen treten meist durch Mutationen in den BRCA1- oder BRCA2-Genen auf. Sie sind für die Reparatur von DNA-Schäden zuständig. Sobald es jedoch zu einer Mutation kommt, kann dieser körpereigene Schutzmechanismus nicht mehr richtig funktionieren und das zelluläre Entartungsrisiko steigt. Frauen mit genetischen Veränderungen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs und Brustkrebs zu erkranken. Eine genetische Beratung und bereits vorbeugende Massnahmen können in solchen Fällen sinnvoll sein.

Ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom liegt vor, wenn sich der Tumor bereits über die Eierstöcke hinaus im Bauchraum oder sogar in weiter entfernte Organe ausgebreitet hat. In diesen Fällen spricht man daher meist vom Stadium 3 oder 4. In diesen Stadien treten oft Symptome wie Bauchschmerzen, Aszites (Bauchwassersucht) oder Verdauungsprobleme auf. Die Prognose ist zudem schlechter als in frühen Stadien, doch moderne Therapien, wie  Operationen und Chemotherapie, können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern.

Die Chemotherapie bei Eierstockkrebs geht häufig mit typischen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Haarausfall, und Erschöpfung (Fatigue) einher. Auch Nervenschäden wie Polyneuropathie, vor allem bei Einsatz von platinhaltigen Wirkstoffen, können auftreten. Die Intensität der Nebenwirkungen ist jedoch individuell sehr verschieden und hängt von der gewählten Medikamentendosis, allgemeinem Gesundheitszustand und zusätzlichen Begleittherapien ab. Moderne, unterstützende Massnahmen können helfen, viele dieser Beschwerden zu lindern.

Es gibt keine spezielle Diät, die Eierstockkrebs heilen kann, aber eine ausgewogene, antioxidantien- und nährstoffreiche Ernährung kann den Körper während und nach der Therapie stärken. Wichtig sind hierbei Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und hochwertige Proteine, um das Immunsystem zu stärken. Regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können den allgemeinen Gesundheitszustand zusätzlich verbessern und die Verträglichkeit der Behandlung fördern. Weitere Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ein Rezidiv bei Eierstockkrebs tritt bei etwa 70 bis 80 % der Patientinnen auf, insbesondere wenn der Tumor bereits in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde. Die meisten Rückfälle treten meist innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre nach der Ersttherapie auf. Die Prognose beim Ovarialkarzinom-Rezidiv hängt stark davon ab, wie gut der Tumor auf die erneute Behandlung anspricht und wie viel Zeit seit der letzten Chemotherapie vergangen ist. Regelmässige Nachsorgeuntersuchungen sind daher entscheidend für eine frühzeitige Erkennung und erneute Behandlung.

In vielen Fällen führt die Behandlung zum Verlust der Fruchtbarkeit, insbesondere bei einem operativen Therapieansatz, bei der beide Eierstöcke oder die Gebärmutter entfernt werden. In frühen Stadien und einseitigem Tumor kann unter bestimmten Voraussetzungen eine fruchtbarkeitserhaltende Operation erwogen werden. Des Weiteren besteht vor Beginn der Therapie immer die Möglichkeit, Eizellen oder Eierstockgewebe kryokonservieren zu lassen. Eine enge Abstimmung mit einem erfahrenen Gynäkologen und einer Kinderwunschklinik ist hierbei entscheidend.

Eine sichere Methode zur Verhinderung von Eierstockkrebs gibt es nicht, aber bestimmte Faktoren können das Risiko deutlich senken. Dazu zählen mehrfache Schwangerschaften, längeres Stillen sowie die langfristige Einnahme der Antibabypille, da sie den Eisprung unterdrückt und so das Ovarialgewebe weniger belastet. Auch eine Sterilisation, bei der die Eileiter durchtrennt oder verschlossen werden, zeigt laut Studien einen protektiven Effekt. Ein gesunder Lebensstil, regelmässige gynäkologische Kontrollen und eine genetische Beratung, sofern eine genetische Vorbelastung besteht, können zusätzlich zur Risikominimierung beitragen.

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Weiterführende Informationen

Die aufgelisteten Informationen beinhalten relevante Themen und dienen dem besseren Verständnis.