Teratom

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.

Das Teratom gehört zu den Keimzelltumoren und entsteht aus pluripotenten Stammzellen, also aus Zellen, die ursprünglich die Fähigkeit besitzen, sich in verschiedene Gewebearten zu entwickeln. Daher können in einem Teratom unterschiedliche Gewebearten enthalten sein, wie beispielsweise Haut, Haare, Fett-, Muskel- oder Knorpelgewebe. Man unterscheidet zwischen reifen Teratomen, die meist gutartig sind und eher langsamer wachsen, und unreifen Teratomen, die ein höheres malignes Potential aufgrund des noch unreifen Gewebes aufzeigen. In seltenen Fällen kann ein Teratom auch maligne entarten, bei der sich innerhalb des Teratoms ein bösartiger Tumor bildet. Teratome können sowohl in den Keimdrüsen als auch ausserhalb davon auftreten. Bei Frauen treten sie häufig im Eierstock, bei Männern eher im Hoden auf. Wobei sich das Verhalten und die Prognose je nach Lage und Reifegrad unterscheiden kann.

Prof. Dr. med. Dipl.-Med. Holger Wehner

Die Behandlung eines Teratoms sollte individuell an Tumorart, Lokalisation und Stadium angepasst werden. Ergänzende Verfahren wie die Hyperthermie können dazu beitragen, den Organismus zu unterstützen und die Lebensqualität während der Behandlung zu fördern.

Teratom Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für ein Teratom hängen vor allem mit seiner Entstehung aus den Keimzellen zusammen. Kommt es bei der Reifung der Keimzellen zu Fehlentwicklungen oder sollte ein Teil der Zellen an anderen Stellen des Körpers zurückbleiben, kann sich daraus später ein Teratom entwickeln. Daher können Teratome nicht nur in den Eierstöcken oder Hoden auftreten, sondern sich auch ausserhalb der Keimdrüsen entwickeln. Andere Bereiche wären beispielsweise das Mediastinum oder Retroperitoneum. In der Regel lässt sich für die Entstehung eines Teratoms keine eindeutige Ursache feststellen. Dennoch gibt es bekannte Risikokonstellationen, die eine Entstehung begünstigen können:

  • Fehlreifung und Fehlwanderung der Keimzellen während der Embryonalentwicklung
  • Genetische Veranlagung
  • Angeborene Syndrome, wie das Klinefelter-Syndrom
  • Vorangegangene oder begleitende Keimzellerkrankungen
  • Keimzelltumore in der Familienanamnese
  • Frühe Lebensphase, vor allem bei Kindern oder jungen Erwachsenen

Abhängig von der Art des Teratoms kann es zusätzliche Besonderheiten geben, die eine Entstehung begünstigen. Wichtig ist insgesamt, dass sich Teratome in den meisten Fällen nicht auf eine einzelne, klare Ursache zurückführen lassen. Es gibt nur wenige klar gesicherte Risikofaktoren, da die Entstehung, Lokalisation und das biologische Verhalten je nach Form des Teratoms deutlich variieren können.

Symptome Teratom

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Sie sind vor allem abhängig von der Grösse, der genauen Lokalisation, sowie der Lage zu benachbarten Strukturen. Viele Teratome bleiben oftmals lange unbemerkt und werden meist zufällig entdeckt.  Das gilt besonders für reife Teratome, die häufig langsam wachsen und anfangs keine eindeutigen Symptome verursachen. Sollte der Tumor jedoch grösser sein oder auf nahe liegende Strukturen drücken, können typischer Symptome sein:

  • Druck- und Schmerzgefühl im betroffene Bereich
  • Tastbare Schwellung oder Raumforderung
  • Bauchschmerzen
  • Zunahme des Bauchumfangs
  • Blasen- oder Darmbeschwerden, wie Harndrang oder Verstopfungen
  • Rückenschmerzen
  • Atembeschwerden oder Brustschmerzen bei Lokalisation im Mediastinum
  • Schwindel, Sehstörungen oder hormonelle Beschwerden bei Lokalisation im zentralen Nervensystem
  • Schmerzlose Vergrösserung des Hodens
  • Veränderung im Menstruationszyklus

Typische Warnzeichen sind dabei vor allem  neu auftretende tastbare Schwellungen, anhaltende oder zunehmende Schmerzen, eine sichtbare Grössenzunahme, ungeklärte Atembeschwerden oder akute starke Schmerzen im Unterbauch oder auch im Hodenbereich. Besonders plötzlich einsetzende Schmerzen sollten zeitnah abgeklärt werden, da sie auf Komplikationen wie eine Ruptur oder Einblutung des Teratoms hinweisen können. Wichtig ist jedoch, dass nicht für jede Raumforderung zwingend eine bösartige Erkrankung ursächlich sein muss. Dennoch sollte jede neu aufgetretene, anhaltende oder wachsende Veränderung ärztlich abgeklärt werden, um die genaue Ursache zu identifizieren.

Teratom Diagnose

Die Diagnose eines Teratoms ergibt sich meist aus einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Bildgebung und, zur Sicherung der Diagnose, der histologischen Untersuchung des Gewebes. Häufig fällt das Teratom zunächst als eine tastbare Raumforderung oder Schwellung auf. Teils wird es auch als Zufallsbefund während einer Bildgebung, die wegen einer anderen Fragestellung durchgeführt wurde, entdeckt.

Ein wichtiger Schritt in der Diagnostik ist die Bildgebung. Bei ovariellen und testikulären Teratomen steht meist der Ultraschall im Vordergrund, da typische Strukturen wie zystische Anteile, Verkalkungen oder Gewebeanteile gut erkannt werden können. Je nach Befund können dann anschliessend eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie folgen, um die genaue Grösse, Lage und Nähe zu benachbarten Organen genauer zu beurteilen.

Ergänzend kann auch eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, bei der Tumormarker wie Alpha-Fetoprotein, β-hCG und in manchen Situationen auch LDH bestimmt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Marker nicht bei jedem Teratom zwangsläufig erhöht sein müssen. Tumormarker können jedoch bei der differentialdiagnostischen Einordnung, bei Verdacht auf gemischte Keimzelltumoren und später auch in der Verlaufskontrolle, helfen.

Die finale Diagnose wird durch die histologische Untersuchung des Gewebes gestellt. Unter dem Mikroskop lässt sich dann sicher beurteilen, ob es sich um ein reifes oder unreifes Teratom handelt und ob eventuell weitere maligne Bestandteile vorhanden sind.

Teratom Behandlung & Prognose

Die Behandlung des Teratoms richtet sich vor allem nach der genauen Lage, der spezifischen Form, sowie danach, ob der Tumor gutartig, grenzwertig oder Bestandteil eines malignen Keimzelltumors ist. In vielen Fällen wird der Tumor operativ entfernt.

Bei reifen Teratomen ist die Operation meist die Standardtherapie und in der Regel auch ausreichend. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und möglichst gewebeschonend zu resezieren. Anders ist es jedoch bei unreifen Teratomen oder bei Teratomen, die im Rahmen eines malignen Keimzelltumors auftreten. Hier ist eine operative Entfernung meist nicht ausreichend. Je nach Stadium, Lokalisation und histologischem Befund kann zusätzlich eine Chemotherapie notwendig werden.

Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie werden auch komplementäre Verfahren genauer untersucht. Ziel ist es, die konventionelle Therapie zu unterstützen, Nebenwirkungen zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern. Da Teratome in erster Linie operativ behandelt werden, kommen komplementäre Ansätze vor allem im Rahmen der integrativen Onkologie bei unreifen oder malignen Teratomen zum Einsatz. Besonders Verfahren wie die Akupunktur zur Linderung von Übelkeit, Schmerzen oder Fatigue, achtsamkeitsbasierte Methoden sowie eine angepasste Bewegungs- und Ernährungstherapie. Diese Verfahren behandeln das Teratom nicht direkt selbst, können aber helfen, Beschwerden zu reduzieren und die Behandlung besser zu bewältigen.

Zudem wird auch die onkologische Hyperthermie im Zusammenhang mit Teratomen untersucht. Bislang liegen hierzu jedoch vor allem präklinische Daten vor, die noch nicht ausreichen, um eine wachstumshemmende Wirkung sicher auf die klinische Wirksamkeit zu übertragen. Dennoch setzen wir dieses schonende Verfahren auf individuellen Wunsch als komplementären Baustein ein. Durch die kontrollierte Überwärmung möchten wir die Gewebedurchblutung fördern, das Immunsystem unterstützen und so zur Erhaltung der Lebensqualität während der konventionellen Behandlungen beitragen.

Die Prognose des Teratoms hängt meist von der genauen Form und dem Stadium bei der Diagnose ab. So haben beispielsweise reife Teratome eine insgesamt gute Prognose und können durch chirurgische Entfernung meist vollständig geheilt werden. Heutzutage kann auch bei unreifen Teratomen die Prognose gut sein, da die Erkrankung früh entdeckt und behandelt werden kann. Die Prognose wird jedoch schlechter, sollte es sich um Metastasierungen, Rezidive oder maligne Formen des Teratoms handeln. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass Teratome häufig gut behandelbar und in vielen Fällen auch heilbar sind.

Dr. med. Karsten Ostermann M.A.

Bei einem Teratom sind eine präzise Diagnostik und eine ganzheitliche Betrachtung der persönlichen Situation besonders wichtig. Ein integrativer Ansatz kann helfen, die Therapie individuell zu begleiten und das Wohlbefinden nachhaltig zu stärken.

Dr. Karsten Ostermann

Weiterführende Informationen

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