Myelom / Plasmazellerkrankung

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.
Das Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der entartete Plasmazellen unkontrolliert wachsen. Im Volksmund wird sie häufig als Knochenmarkkrebs bezeichnet – ein Begriff, der zwar verbreitet ist, aber medizinisch unscharf bleibt. Dieser Artikel erklärt, was ein Myelom ist, wie es sich äussert, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.
Hinweis:
In der Medizin werden diese Krankheitsbilder unter dem Begriff „Plasmazellerkrankungen“ (oder Plasmazellneoplasien) zusammengefasst. Da das Multiple Myelom jedoch die mit Abstand häufigste bösartige Form dieser Gruppe ist, wird das Wort „Myelom“ im Alltag oft als Synonym dafür verwendet. Wenn Sie gezielte Informationen zur Diagnose, Therapie und Prognose dieser systemischen Form suchen, lesen Sie bitte unseren ausführlichen Beitrag zum Multiplen Myelom.
Unser Team begleitet Sie bei einer Myelom-Erkrankung ganzheitlich und individuell – mit integrativen Massnahmen, die konventionelle Therapien sinnvoll ergänzen.

Was ist ein Myelom? Definition und Einordnung
Ein Myelom ist ein bösartiger Tumor, der im Knochenmark entsteht. Genauer gesagt handelt es sich um eine Erkrankung der Plasmazellen – spezialisierte Zellen des Immunsystems, die normalerweise Antikörper produzieren. Wenn Plasmazellen entarten und sich unkontrolliert vermehren, verdrängen sie gesunde Blutbildungszellen und produzieren funktionslose Eiweisse, sogenannte Paraproteine oder M-Proteine.
Der Begriff Knochenmarkkrebs wird im Alltag häufig verwendet, ist medizinisch jedoch kein präziser Fachbegriff. Er beschreibt umgangssprachlich verschiedene Erkrankungen, die im Knochenmark entstehen – darunter das Multiple Myelom, aber auch Leukämie oder Lymphome. Das Myelom ist dabei eine spezifische, klar definierte Erkrankung mit eigenen Merkmalen, Verläufen und Therapieansätzen.
Myelome zählen zu den häufigeren blutbildenden Krebserkrankungen und machen rund zehn Prozent aller blutbezogenen Krebsdiagnosen aus. Sie betreffen vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr, können aber grundsätzlich in jedem Erwachsenenalter auftreten.
Myelom und Plasmozytom – wo liegt der Unterschied?
Grundsätzlich beschreibt eine Myelom-Erkrankung (oder Plasmazellerkrankung) ganz allgemein das Vorliegen von bösartig veränderten Plasmazellen.
Der Begriff Plasmozytom wird in der Medizin spezifisch dann verwendet, wenn diese Erkrankung streng auf einen einzigen, isolierten Ort begrenzt ist – es liegt also nur ein einzelner Tumorherd im Knochen oder Gewebe vor.
Breiten sich die entarteten Zellen jedoch im Knochenmark aus und bilden Herde an verschiedenen Körperstellen, spricht man vom multiplen Myelom. Ein Plasmozytom kann über Jahre hinweg stabil bleiben, sich aber in einigen Fällen mit der Zeit zu einer solchen weitreichenden Myelom-Erkrankung entwickeln.
Für die Wahl der passenden Therapie ist diese genaue Abgrenzung durch bildgebende Verfahren – ob es sich um einen rein isolierten Herd oder einen weitreichenden Befall handelt – von entscheidender Bedeutung.
Wie entsteht ein Myelom? Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen des Myeloms sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, bei der verschiedene Einflüsse zusammenwirken.
Als gesicherter Risikofaktor gilt das Alter: Die grosse Mehrheit der Betroffenen ist bei der Diagnose älter als 60 Jahre. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Eine genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle – wer Verwandte ersten Grades mit einem Myelom hat, trägt ein leicht erhöhtes Risiko.
Ein wichtiger Vorläuferzustand ist die sogenannte MGUS (monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz). Dabei produzieren Plasmazellen bereits abnorme Eiweisse, ohne dass die Erkrankung klinisch aktiv ist. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen entwickelt sich aus einer MGUS im Laufe der Jahre eine aktive Myelom-Erkrankung. Regelmässige Kontrollen sind in diesem Fall wichtig.
Diskutiert werden auch Einflüsse wie chronische Entzündungen, Belastungen durch Schwermetalle oder Pestizide sowie eine dauerhaft geschwächte Immunabwehr. Diese Faktoren sind wissenschaftlich noch nicht abschliessend belegt, werden aber in der integrativen Medizin als relevante Begleitfaktoren ernst genommen und in die Gesamtbeurteilung einbezogen.
Myelom Symptome – wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Die Symptome des Myeloms sind vielfältig und oft unspezifisch, was die Diagnose im Frühstadium erschwert. Viele Betroffene werden zunächst wegen anderer Beschwerden untersucht, bevor der eigentliche Befund zutage tritt.
In der Medizin werden die klassischen Leitsymptome unter dem Akronym CRAB zusammengefasst: erhöhtes Calcium im Blut (C), Niereninsuffizienz (R für Renal), Anämie (A) und Knochenschäden (B für Bone). Diese vier Bereiche spiegeln wider, wie das Myelom verschiedene Organsysteme gleichzeitig beeinträchtigen kann.
Typische Frühsymptome
Im Frühstadium sind die Beschwerden oft wenig charakteristisch. Häufig berichten Betroffene über anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit, die auf eine Blutarmut zurückzuführen ist. Rückenschmerzen oder Knochenschmerzen ohne erkennbare Ursache sind ebenfalls ein häufiges erstes Zeichen, da das Myelom die Knochensubstanz angreift und zu Osteolysen – also lokalem Knochenabbau – führen kann. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit kann früh auftreten, da die gesunden Immunzellen durch die entarteten Plasmazellen verdrängt werden.
Symptome im fortgeschrittenen Stadium
Mit zunehmender Krankheitslast können weitere Beschwerden hinzukommen. Nierenfunktionsstörungen entstehen, weil die vom Myelom produzierten Paraproteine die Nieren belasten. Ein erhöhter Calciumspiegel im Blut kann zu Übelkeit, Verwirrtheit, Verstopfung und vermehrtem Durst führen. Knochenschmerzen nehmen zu, und in fortgeschrittenen Fällen können Wirbelkörper einbrechen, was zu akuten Rückenschmerzen oder neurologischen Ausfällen führt.
Manche Betroffene bemerken zudem Veränderungen an Haut und Fingernägeln sowie Sehstörungen oder Kribbeln in den Extremitäten, was auf eine Beteiligung der Nerven oder eine Ablagerung von Paraproteinen hinweisen kann.
Wie wird ein Myelom diagnostiziert?
Die Diagnose des Myeloms erfordert mehrere aufeinander abgestimmte Untersuchungsschritte. Erste Hinweise liefert oft das Blutbild: Veränderte Blutwerte wie eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, Anämie oder auffällige Eiweisswerte können auf ein Myelom hindeuten. Die Serumelektrophorese ist ein zentrales diagnostisches Werkzeug – sie macht das abnorme M-Protein sichtbar, das die entarteten Plasmazellen produzieren.
Zur weiteren Abklärung wird eine Knochenmarkpunktion durchgeführt, bei der eine Gewebeprobe aus dem Knochenmark entnommen und histologisch untersucht wird. Bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder PET-CT helfen dabei, Knochenschäden und die Ausdehnung der Erkrankung zu beurteilen. Auch ein Ultraschall kann ergänzend eingesetzt werden.
Die Diagnose gilt als gesichert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind – unter anderem ein Plasmazellanteil von mindestens zehn Prozent im Knochenmark sowie der Nachweis von Organschäden oder spezifischen Biomarkern.
Myelom Behandlung
Die Behandlung des Myeloms hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Obwohl die Erkrankung in den meisten Fällen nicht vollständig heilbar ist, lässt sie sich heute bei vielen Betroffenen über lange Zeiträume kontrollieren. Ziel der Therapie ist es, die Krankheit in eine Remission zu bringen, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Operation, Chemotherapie, Stammzelltransplantation und neue Medikamente
Die medikamentöse Therapie des Myeloms umfasst heute eine Vielzahl von Wirkstoffen. Klassische Chemotherapeutika werden häufig mit Kortikosteroiden und neueren Substanzklassen kombiniert, darunter Proteasom-Inhibitoren und immunmodulatorische Medikamente. Bei geeigneten Patienten wird eine autologe Stammzelltransplantation angestrebt, bei der zunächst eigene Stammzellen entnommen, dann eine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt und anschliessend die Stammzellen zurückgegeben werden.
Neuere Therapieansätze wie die CAR-T-Zell-Therapie und bispezifische Antikörper zeigen vielversprechende Ergebnisse, besonders bei Patienten, bei denen frühere Therapien nicht mehr ansprechen. Auch zielgerichtete Immuntherapien werden zunehmend eingesetzt und erweitern die Behandlungsmöglichkeiten erheblich.
Komplementärmedizinische Begleitung
Komplementärmedizinische Massnahmen werden bei einer Myelom-Erkrankung als ergänzende Begleitung zur konventionellen Therapie eingesetzt – sie ersetzen diese nicht. Ihr Ziel ist es, Nebenwirkungen abzumildern, das Immunsystem zu unterstützen und die Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern. Welche Massnahmen sinnvoll sind, wird individuell und in Absprache mit dem behandelnden onkologischen Team beurteilt.
Die Hyperthermie wird in der integrativen Onkologie als ergänzende Massnahme eingesetzt. Da Tumorzellen auf Wärme empfindlicher reagieren als gesundes Gewebe, kann sie begleitend zur Chemotherapie angewendet werden – stets in Abstimmung mit der onkologischen Gesamtbehandlung. Die Misteltherapie ist eines der am besten untersuchten komplementären Verfahren in der Onkologie. Sie wird zur unterstützenden Begleitung eingesetzt, mit dem Ziel, das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu fördern.
Eine gezielte Infusionstherapie mit Mikronährstoffen (wie beispielsweise hochdosiertem Vitamin C) kann den Körper in geeignetenTherapiephasen begleitend unterstützen. Die Mitochondrientherapie wird als unterstützende Massnahme eingesetzt, um den zellulären Energiestoffwechsel zu fördern, der bei Krebserkrankungen häufig beeinträchtigt ist. Zudem kann eine begleitende Darmsanierung die Immunregulation stabilisieren und dazu beitragen, die Verträglichkeit der konventionellen Therapie zu verbessern.
Myelom Prognose – Lebenserwartung und Heilungschancen
Die Prognose beim Myelom hat sich durch moderne Therapien in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert. Während die mittlere Überlebenszeit früher bei etwa drei Jahren lag, erreichen viele Betroffene heute mit optimaler Behandlung Überlebenszeiten von zehn Jahren und mehr. In der modernen Onkologie wird bei Patienten, die ausserordentlich gut auf neue Therapien ansprechen, vereinzelt von einer funktionellen Heilung gesprochen – das bedeutet, dass die Erkrankung dauerhaft kontrolliert bleibt, ohne das Leben massgeblich zu verkürzen. Dies bleibt jedoch die Ausnahme und ist stark von individuellen Faktoren abhängig.
In den meisten Fällen bleibt das Myelom eine chronische Erkrankung, die nicht vollständig geheilt werden kann, aber oft über lange Zeiträume kontrollierbar ist. Die Prognose hängt von mehreren Faktoren ab: dem Stadium bei Diagnose, dem Subtyp des Myeloms, dem Ansprechen auf die Ersttherapie sowie dem Allgemeinzustand und Alter des Patienten. Bestimmte genetische Veränderungen im Tumorgenom können den Verlauf ungünstiger gestalten und werden heute routinemässig in der Diagnostik erfasst.
Im Endstadium des Myeloms versagen zunehmend lebenswichtige Organe. Die Nieren sind häufig stark belastet, die Blutbildung im Knochenmark ist erheblich eingeschränkt, und schwere Infektionen werden zur grössten Gefahr, da das Immunsystem kaum noch funktionsfähig ist. Hinzu können Komplikationen durch Knochenschäden oder eine ausgeprägte Blutarmut kommen. In dieser Phase steht die palliative Begleitung im Vordergrund, mit dem Ziel, Beschwerden zu lindern und die verbleibende Lebensqualität zu erhalten.
Unser ärztliches Team verbindet moderne Myelomtherapie mit gezielten integrativen Massnahmen – für einen Behandlungsplan, der den ganzen Menschen in den Blick nimmt.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten zum Myelom
Das Myelom ist eine komplexe Erkrankung, die bei Betroffenen und Angehörigen viele Fragen aufwirft – von der Entstehung über die Symptome bis hin zu Prognose und Therapie. Die Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie hier kompakt zusammengefasst.
Nein. Beide Erkrankungen entstehen im Knochenmark, sind aber grundlegend verschieden. Die Leukämie geht von weissen Blutzellen aus, das Myelom von Plasmazellen. Knochenmarkkrebs ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff, der beide Erkrankungen – und weitere – einschliessen kann, medizinisch aber nicht präzise ist.
In den meisten Fällen ist das Myelom heute nicht vollständig heilbar, aber über lange Zeiträume gut kontrollierbar. Moderne Therapien ermöglichen bei vielen Betroffenen stabile Remissionsphasen. Das schwelende Myelom, eine Vorstufe, erfordert oft zunächst keine Therapie, sondern regelmässige Kontrollen.
Typische Auffälligkeiten im Blutbild sind eine Anämie, ein erhöhter Gesamteiweisswert, ein erhöhtes Calcium sowie ein auffälliger Befund in der Serumelektrophorese. Auch erhöhte Kreatininwerte können auf eine myelombedingte Nierenbeteiligung hinweisen. Die Diagnose kann jedoch nicht allein anhand von Blutwerten gestellt werden.
MGUS steht für monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz. Es handelt sich um einen Zustand, bei dem Plasmazellen bereits abnorme Eiweisse produzieren, ohne dass eine aktive Erkrankung vorliegt. Bei etwa einem Prozent der Betroffenen pro Jahr entwickelt sich aus einer MGUS eine aktive Myelom-Erkrankung. Regelmässige Verlaufskontrollen sind daher wichtig.
Im fortgeschrittenen Stadium sind schwere Infektionen die häufigste Todesursache, da das geschwächte Immunsystem Erreger kaum noch abwehren kann. Weitere häufige Komplikationen sind Nierenversagen durch die Ablagerung von Paraproteinen sowie Blutungen infolge einer stark eingeschränkten Blutbildung. Eine frühzeitige und konsequente Therapie sowie eine engmaschige Begleitung können das Risiko solcher Komplikationen deutlich verringern.
Ja, in manchen Fällen können Veränderungen an Fingernägeln und Haut auftreten. Dazu gehören Nagelverfärbungen, brüchige Nägel oder Hautveränderungen wie Rötungen und Knötchen. Diese entstehen beim Myelom meist nicht direkt durch den Tumor selbst, sondern durch Ablagerungen von Leichtketten-Proteinen im Gewebe – eine Begleiterkrankung, die als AL-Amyloidose bezeichnet wird. Diese Symptome sind nicht spezifisch für das Myelom und sollten immer im Gesamtbild der Erkrankung beurteilt werden.
Das Myelom tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf, der Altersgipfel liegt zwischen 65 und 70 Jahren. Jüngere Erwachsene können jedoch ebenfalls erkranken, wenn auch deutlich seltener. Bei jungen Betroffenen verläuft die Erkrankung manchmal aggressiver, gleichzeitig kommen aber auch intensivere Therapieoptionen wie die Stammzelltransplantation häufiger in Betracht.
Weiterführende Informationen
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