HCC / Hepatozelluläres Karzinom

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.
Das Hepatozelluläre Karzinom, kurz HCC, ist die häufigste Form des primären Leberkrebses und zählt daher zu den wichtigsten bösartigen Lebertumoren. Es geht von den Hepatozyten, den Leberzellen, aus und entsteht meist aufgrund einer bereits vorgeschädigten Leber. Sie kann zum Beispiel bei einer Leberzirrhose, chronischer Hepatitis B oder C oder einer fortgeschrittenen Fettlebererkrankung verändert sein. Das HCC macht nicht nur den Grossteil aller primären Lebertumoren aus, sondern unterscheidet sich auch deutlich von anderen Lebertumoren, wie dem Cholangiokarzinom, das von den Gallengängen ausgeht. Da das HCC oftmals lange unbemerkt bleibt und häufig erst in weiter fortgeschrittenen Stadien Symptome verursacht, sind eine frühe Erkennung und die genaue Einordnung des Tumors besonders wichtig.
Die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms erfordert eine individuelle und ganzheitliche Betrachtung von Tumor und Leberfunktion. Ergänzende Verfahren wie die Hyperthermie können dazu beitragen, den Organismus zu unterstützen und die Lebensqualität während der Therapie zu fördern.

Hepatozelluläres Karzinom Ursachen & Risikofaktoren
In den meisten Fällen entsteht das hepatozelluläre Karzinom nicht in einer gesunden, sondern in einer bereits chronisch geschädigten Leber. In ungefähr 90% der Fälle liegt eine chronische Lebererkrankung zugrunde. Dabei ist der wichtigste Risikofaktor die Leberzirrhose, unabhängig davon, wodurch sie verursacht wurde. Durch eine dauerhafte Entzündung, Regeneration und Vernarbung des Lebergewebes wird die Entstehung genetischer Veränderungen in den Hepatozyten und somit die Tumorentstehung begünstigt.
Zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren gehören:
- Leberzirrhose
- Chronische Hepatitis-B-Infektion
- Fortgeschrittene Leberfibrose, zum Beispiel infolge einer chronischen Hepatitis C
- Metabolisches Syndrom
- Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) bzw. MASH
- Seltenere Ursachen wie Aflatoxine
Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung des HCC bleibt jedoch die Leberzirrhose. Daher sind regelmässige Verlaufskontrollen und spezifische Früherkennungsmassnahmen bei Zirrhose besonders wichtig. All diese Risikofaktoren führen langfristig zu einer anhaltenden Schädigung der Leber und können die Entstehung eines HCC begünstigen. Besonders wichtig ist dabei, dass das HCC häufig nicht plötzlich, sondern meist durch eine über Jahre bestehende chronische Lebererkrankung entsteht. Umso wichtiger ist es, bekannte Lebererkrankungen frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und regelmässig zu kontrollieren.
Hepatozelluläres Karzinom Symptome
Das hepatozelluläre Karzinom führt in frühen Stadien häufig zu keinen spezifischen Beschwerden. Dies ist einer der Gründe, warum die Erkrankung oft erst während einer Vorsorgeuntersuchung oder bei bereits fortgeschrittener Lebererkrankung entdeckt wird. Sollten Symptome auftreten, sind sie zu Beginn meist unspezifisch.
Mögliche Beschwerden bei einem HCC sind unter anderem:
- Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch
- Bauchschmerzen im Oberbauch, durch beispielsweise eine Dehnung der Leberkapsel
- Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit
- Zunehmende Müdigkeit und Leistungsknick
- Ikterus, auch als Gelbsucht bekannt
- Zunahme des Bauchumfangs, wie durch eine Aszites
- Allgemeine Verschlechterung des Allgemeinzustands
Bei Menschen, die bereits unter einer bekannten Leberzirrhose leiden, kann sich das HCC auch durch eine plötzliche Verschlechterung oder Dekompensation bemerkbar machen. Hinweise darauf können beispielsweise neu auftretende oder zunehmende Aszites, eine Verschlechterung des Ikterus, hepatische Enzephalopathie oder eine insgesamt schnell nachlassende Leberfunktion sein.
Wichtig ist daher, dass ein HCC anfangs oft keine klaren Warnzeichen verursacht und besonders in frühen Stadien fehlen typische Symptome häufig auch ganz. Daher sind auch regelmässige Kontrollen bei bekannten Risikokonstellationen wie Leberzirrhose, chronischer Hepatitis B oder fortgeschrittener MASLD/MASH von grosser Bedeutung, weil das HCC häufig eher durch eine gezielte Überwachung als durch frühe Beschwerden erkannt wird.
Hepatozelluläres Karzinom Diagnose
Die Diagnose eines hepatozellulären Karzinoms besteht aus der Kombination von genauer Anamnese mit Identifikation der Risikofaktoren, Bildgebung und Laborwerten. Wichtig ist dabei herauszufinden, ob bereits eine chronische Lebererkrankung oder Leberzirrhose vorliegt. Genau in diesem Zusammenhang kann ein HCC auch häufig schon mittels Bildgebung mit hoher Sicherheit erkannt werden. Typischerweise fällt ein auffälliger Herd zunächst im Rahmen der Überwachung auf Leberzellkrebs, meist durch den Ultraschall, auf und wird anschliessend durch weitere Bildgebung abgeklärt.
Zu den am häufigsten bildgebenden Verfahren gehören das CT und MRT mit Kontrastmittel der Leber. Typisch sind dabei für das HCC charakteristische Kontrastmittelmuster, insbesondere eine arterielle Hypervaskularisation mit anschliessendem Washout in der portalvenösen oder späten Phase. Wenn diese Merkmale in der Bildgebung bei zugleich passender Risikokonstellation vorliegen, kann die Diagnose eines HCC oft auch ohne Biopsie gestellt werden.
Ergänzend zu der Bildgebung werden auch Laboruntersuchungen durchgeführt, um das Ausmass der Lebererkrankung und Tumormarker zu bestimmen. Dabei werden mittels Blutuntersuchung Leberwerte, Gerinnung, Bilirubin, Albumin sowie häufig auch das Alpha-Fetoprotein, kurz AFP, bestimmt. Jedoch kann bei positivem Tumormarker die Diagnose nicht gesichert werden, da der Wert nicht bei allen HCC erhöht ist und auch bei anderen Leber- oder Krebserkrankungen ansteigen kann. Tumormarker wie das AFP dienen daher viel mehr zur Einordnung des Tumors und zur Verlaufskontrolle.
Die Sicherung der Diagnose eines HCC mittels Biopsie sollte vor allem dann in Betracht gezogen werden, wenn die Bildgebung nicht eindeutig ist, wenn keine typische Risikokonstellation vorliegt oder wenn der histologische Nachweise keine Konsequenz für die Therapieplanung hat. Daher wird eine Biopsie heute eher zurückhaltend eingesetzt und nicht routinemässig bei jedem Verdacht auf ein HCC durchgeführt.
Hepatozelluläres Karzinom Behandlung & Prognose
Die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms zielt darauf ab, das Wachstum und das Ausbreiten des Tumors möglichst zu kontrollieren, die Leberfunktion zu erhalten und, abhängig vom Stadium, entweder eine Heilung zu erreichen oder das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich zu bremsen. Die Therapieplanung ist beim HCC in der Regel multidisziplinär, da nicht nur die Tumorgrösse, sondern auch die Leberfunktion, das Vorliegen einer möglichen Portalen Hypertension und der Allgemeinzustand entscheidend sind. Anhand dessen wird geschaut, ob eine lokale, lokoregionäre oder systemische Therapie sinnvoll ist.
In frühen Stadien werden vor allem potenziell kurative Verfahren eingesetzt. Dazu zählen die chirurgische Resektion, die Lebertransplantation und in speziellen Fällen auch Verfahren wie die Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation. Die Resektion ist besonders dann sinnvoll, wenn der Tumor lokal begrenzt ist und die Leberfunktion noch gut erhalten bleibt. Die Lebertransplantation ist vor allem dann wichtig, wenn neben dem Tumor bereits eine fortgeschrittene Zirrhose vorliegt, weil sie sowohl den Tumor als auch die zugrunde liegende kranke Leber behandelt. Bei noch eher kleinen Herden kann auch eine lokale Ablation angewendet werden, besonders wenn eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist.
Bei weiter fortgeschrittenen Stadien stehen vor allem lokoregionäre Verfahren, wie die transarterielle Chemoembolisation, kurz TACE, in bestimmten Situationen auch die transarterielle Radioembolisation im Vordergrund. Ziel dieser Verfahren ist es, das Wachstum des Tumorgewebes über eine Unterbindung seiner Gefässversorgung zu bremsen. Sollten jedoch lokale Verfahren nicht mehr ausreichend sein, kommen auch systemische Therapien zum Einsatz. Dazu gehören heute vor allem Immuntherapien und zielgerichtete Therapien, wie beispielsweise Kombinationen aus Checkpoint-Inhibitoren oder Tyrosinkinasehemmern. Welche Therapieansätze gewählt werden, hängt jedoch davon ab, wie weit fortgeschritten der Tumor und wie die Leberfunktion ist.
Die Heilungschance und auch die Lebenserwartung beim HCC hängen besonders davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt wird. Wird das HCC früh diagnostiziert und sollte auch eine Resektion, Lebertransplantation oder Ablation möglich sein, ist eine Tumorkontrolle oder sogar Heilung sehr wahrscheinlich. In weiter fortgeschritteneren Stadien ist eine dauerhafte Heilung deutlich seltener. Hier steht vielmehr im Vordergrund das Tumorwachstum zu verlangsamen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität sowie die Lebenserwartung zu verbessern.
Begleitend können auch komplementäre Ansätze bei der Therapie des HCC eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern, den Körper während der Therapie zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern. Besonders gut etabliert ist in der supportiven Onkologie die Akupunktur, die unter anderem bei Schmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und Erschöpfung hilfreich sein kann.
Auch die Hyperthermie wird in der Onkologie zunehmend untersucht. Dabei kommen je nach Indikation unterschiedliche Verfahren wie die lokale Hyperthermie oder die Ganzkörperhyperthermie zum Einsatz. Hierbei wird das betroffene Tumorgewebe oder der Organismus gezielt erwärmt, um Tumorzellen empfindlicher gegenüber der Chemo- oder Strahlentherapie zu machen. Dies kann unter anderem durch eine verbesserte Durchblutung und somit eine erleichterte Wirkstoffaufnahme im Tumor, als auch durch eine verminderte DNA-Reparatur erreicht werden.“
Ergänzend werden beim HCC auch Konzepte aus der Traditionellen Chinesischen Medizin als begleitende Ansätze untersucht. Im Fokus stehen dabei immunmodulierende, entzündungsbezogene und supportive Effekte. Erste kleinere klinische Studien haben hier teilweise vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
Auch die Nahrungsergänzung, wie mittels Vitaminen und Mineralstoffen, kann beim HCC gezielt bei Mangelzuständen und abhängig von der klinischen Situation eingesetzt werden. Besonders in weiter fortgeschrittenen Stadien kann die Einnahme von B-Vitaminen oder Vitamin D sinnvoll sein, um Defizite auszugleichen und die Muskel- und Knochenstabilität zu unterstützen und Symptome wie Erschöpfung zu lindern. Viele leiden in diesen Stadien oftmals unter Mangelernährung, Muskelabbau, verminderter Nahrungsaufnahme oder neurologischen Beschwerden.
Beim HCC sollten sowohl die zugrunde liegende Lebererkrankung als auch die persönliche Situation des Patienten in die Therapieplanung einbezogen werden. Ein integrativer Ansatz kann helfen, die Behandlung individuell zu begleiten und unterstützende Massnahmen sinnvoll zu ergänzen.

Weiterführende Informationen
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