Basaliom

Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschliesslich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Diagnosemethoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder den Beginn, die Änderung oder Beendigung einer Behandlung verwendet werden. Suchen Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens auf.

Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, ist einer der häufigsten bösartigen Tumore der Haut und entsteht aus den Zellen der Basalschicht der Oberhaut oder auch aus nah benachbarten Zellen der Haarfolikel. Obwohl das Basaliom zum weissen Hautkrebs zählt und damit als bösartig angesehen wird, verhält es sich jedoch in den meisten Fällen weniger aggressiv als andere Hauttumore. Zudem metastasiert das Basaliom nur sehr selten. Typisch für ein Basaliom ist vielmehr das langsame, aber stetige Wachstum. Der Tumor breitet sich in die Tiefe und in das umliegende Gewebe aus und kann unbehandelt Haut, Unterhautfettgewebe, Knorpel oder sogar Knochen schädigen. Basaliome treten vor allem an sonnenexponierten Bereichen wie Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Hals oder Handrücken auf, wobei eine langjährige UV-Belastung als einer der wichtigsten Risikofaktoren gilt. Trotz der guten Prognose ist auch das Basaliom eine Krebserkrankung, die früh erkannt und behandelt werden sollte, um funktionelle, aber auch kosmetische Schäden zu vermeiden.

Prof. Dr. med. Dipl.-Med. Holger Wehner

Ein Basaliom sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden, um das umliegende Gewebe bestmöglich zu schützen. Ergänzende Verfahren können dazu beitragen, die Regeneration zu unterstützen und das Wohlbefinden während der Behandlung zu fördern.

Basaliom Ursachen & Risikofaktoren

In den meisten Fällen lässt sich die Entstehung eines Basalioms auf langjährige UV-Belastung und zusätzlich bestehende individuelle Veranlagungen zurückführen. Eine zentrale Ursache ist die Schädigung der DNA in den Hautzellen durch Strahlung, insbesondere durch UV-B-Licht. Wiederholte Sonnenbrände, eine intensive Sonnenexposition oder auch regelmässige Besuche von Solarien führen dazu, dass es in den Zellen der Basalschicht der Haut nach und nach zu genetischen Veränderungen kommt. Wenn die geschädigte DNA vom Körper nicht mehr ausreichend repariert werden kann, können bestimmte Signalwege, an denen unter anderem Gene wie PTCH1 und SMO beteiligt sind, dauerhaft aktiviert werden. Dadurch verlieren die  betroffenen Zellen ihre normale Wachstumskontrolle, beginnen sich ungebremst zu teilen und bilden langfristig ein Basaliom.

Risikofaktoren, die die Entstehung eines Basalioms zusätzlich begünstigen können, sind vor allem:

  • sehr helle, sonnenempfindliche Haut (Hauttyp I und II) mit blonden oder rötlichen Haaren, hellen Augen
  • Neigung zu Sonnenbrand
  • höheres Lebensalter, da sich UV-Schäden im Laufe des Lebens anhäufen
  • starke berufliche oder freizeitbedingte Sonnenexposition
  • langfristige Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten
  • frühere Röntgen- oder Strahlentherapien im Hautbereich
  • Belastung mit bestimmten Chemikalien wie Arsen
  • seltene genetische Erkrankungen wie das Gorlin-Goltz-Syndrom

Trotz der bekannten Zusammenhänge lässt sich nicht immer eindeutig sagen, warum genau an einer bestimmten Stelle und zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Basaliom entsteht. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um UV-Belastung in Kombination mit einer individuellen Anfälligkeit der Hautzellen. Daher spielen vor allem ein konsequenter Sonnenschutz, regelmässige Hautkontrollen und eine frühzeitige Abklärung verdächtiger Hautveränderungen eine zentrale Rolle für die Vorbeugung und Früherkennung eines Basalioms.

Symptome beim Basaliom

Das Basaliom kann sich bereits durch noch unscheinbare Veränderungen der Haut bemerkbar machen, die anfangs oftmals nicht als Form des Hautkrebs wahrgenommen werden. Typisch ist, dass die auffällige Stelle über Wochen bis auch Monate bestehen bleibt und nur langsam wächst. Das Basaliom macht sich als kleine, glasig-glänzende oder hautfarbene Erhebung bemerkbar, in der auch feine rötliche Äderchen sichtbar sein können. Die Erhebung wirkt meistens harmlos. In anderen Fällen jedoch kann sich ein Basaliom als ein flacher, rötlich-bräunlicher Fleck äussern, der leicht schuppt und eher an ein Ekzem oder eine kleine Entzündung erinnert.

Über die Zeit kann ein Basaliom auch mittig beginnen einzusinken, zu verkrusten oder leicht zu bluten. Dies sind wichtige Warnzeichen, da eine Hautstelle, die grundlos immer wieder aufreisst, nässt oder blutet und trotz Pflege nicht abheilt, ein starker Hinweis auf ein Basaliom ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hauterkrankungen kommt es bei einem Basaliom anfangs meist nicht zu Schmerzen und es tritt kaum Juckreiz auf, weshalb die Veränderung der Haut meist als harmlos angesehen wird. Erst in bereits fortgeschritteneren Stadien können Schmerzen, Spannungsgefühl oder lokale Reizungen auftreten, vor allem dann, wenn der Tumor auch tieferliegende Strukturen befällt.

Als typische Warnzeichen, auf die Sie achten sollten, gelten vor allem:

  • neu auftretende Hautveränderungen, die typische Merkmale eines Basalioms aufweisen
  • Veränderungen, die über Wochen oder Monate bestehen
  • langsam grösser werdende Hautstellen
  • Hautveränderungen, die immer an derselben Stelle auftreten
  • Wunden oder Stellen, die nicht abheilen

Auch ein auffälliges Verhalten der Haut kann Hinweise auf ein Basaliom geben, wie zum Beispiel:

  • wiederholtes Verkrusten
  • spontanes leichtes Bluten
  • Veränderung in der Form, Oberfläche oder Begrenzung

Charakteristisch sind vor allem Veränderungen an stark sonnenexponierten Bereichen wie Gesicht, Nase, Ohren, Stirn, Kopfhaut oder Handrücken. Sie treten insbesondere bei Menschen mit einem helleren Hautteint oder bereits bekannten Sonnenschäden auf.

Auch kleine oder scheinbar harmlose Hautveränderungen sollten daher ärztlich abgeklärt werden, vor allem wenn sie sich nicht zurückbilden oder unverändert bestehen bleiben.  Je früher ein Basaliom erkannt und folglich entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass auch umliegendes Gewebe dauerhaft geschädigt wird. 

Basaliom Diagnose

Die Diagnose des Basalioms besteht vor allem aus einer klinischen Untersuchung der Haut. Oftmals stellen sich Patienten mit nicht abheilenden oder sich verändernden Hautstellen vor. Zunächst wird die Stelle nach der Form, Farbe, Begrenzung und Oberflächenbeschaffung beurteilt  und auch nach typischen Merkmalen, wie einer glänzende Oberfläche, perlschnurartige Ränder, feine Gefässe oder wiederkehrende Krustenbildung gesucht. Oft wird anhand des Erscheinungsbildes schon der Verdacht auf ein Basaliom gestellt, besonders wenn die Stelle sich auch über längere Zeit nicht zurückbildet.

Wichtig für die Diagnose ist die Dermatoskopie, also die Betrachtung der Hautveränderung mit einem Auflichtmikroskop. Hiermit können die Strukturen genauer betrachtet und auch typische Muster sichtbar gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise Gefässmuster, transluzente Areale oder spezifische Strukturen des Basalzellkarzinoms. Die Dermatoskopie hilft dabei, Basaliome von gutartigen Hautveränderungen oder anderen Formen von Hautkrebs zu unterscheiden.

Die endgültige Diagnose kann jedoch nur durch eine histologische Untersuchung gestellt werden. Dazu wird entweder eine kleine Gewebeprobe entnommen oder der gesamte verdächtige Herd entfernt. Das entnommene Gewebe wird dann im Labor mikroskopisch untersucht. Erst der histologische Befund bestätigt, ob es sich um ein Basaliom handelt und gibt zudem eine genauere Einteilung in verschiedene Subtypen. In der Regel sind keine bildgebenden Verfahren notwendig, ausser es besteht der Verdacht, dass der Tumor in tiefere Strukturen wie Knochen eingewachsen ist oder bereits mehrfach wieder aufgetreten ist.

Basaliom Behandlung & Prognose

Die Behandlung eines Basalioms hat zum Ziel, den Tumor vollständig zu entfernen und damit sowohl die Krebszellen selbst als auch ihr lokales Wachstum zu stoppen. Da Basaliome nur sehr selten metastasieren, richtet sich die Behandlung vor allem auf die lokale Tumorkontrolle. Die Wahl der Therapieform hängt unter anderem von der Grösse und Lage des Tumors, seinem Typ, dem Allgemeinzustand sowie den kosmetischen und funktionellen Beschaffenheiten ab.

Die Standardtherapie ist die chirurgische Entfernung des Basalioms. Hierbei wird der Tumor in örtlicher Betäubung mit einem gewissen Sicherheitsrand im gesunden Gewebe herausgeschnitten. Das entnommene Gewebe wird dann histologisch untersucht, um zu bestätigen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde. In sensiblen Arealen wie im Gesicht, an der Nase, den Augenlidern oder den Ohren kommt häufig die sogenannte mikrografische Chirurgie zum Einsatz, bei der das Basaliom schichtweise entfernt und jede Schicht sofort mikroskopisch kontrolliert wird.

Bei kleineren, oberflächlichen Basaliomen können auch nicht-chirurgische Verfahren angewendet werden. Dazu gehören zum Beispiel die Kürettage mit Elektrokoagulation, bei der der Tumor ausgeschabt und die Wundfläche verödet wird, die Kryotherapie oder die Photodynamische Therapie, bei der ein lichtsensibilisierender Wirkstoff aufgetragen und der Bereich dann mit einem speziellen Licht bestrahlt wird. Die Photodynamische Therapie ist vor allem für flache oder oberflächliche Basaliome geeignet und hat kosmetisch oft sehr gute Ergebnisse, ist aber nicht für alle Subtypen des Basalioms geeignet.

Bei bereits fortgeschrittenen oder nicht operablen Basaliomen, insbesondere bei metastasierten oder lokal sehr weit fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen, kommmen oftmals auch systemische Therapien zum Einsatz. Dazu zählen vor allem sogenannte Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren. Sie können gezielt den gestörten Signalweg beeinflussen, der für das Wachstum des Basalioms verantwortlich ist. Diese Medikamente werden besonders dann verwendet, wenn eine Operation oder Bestrahlung nicht ausreichend oder nicht sinnvoll ist.

Des Weiteren werden oft auch zusätzlich begleitende, komplementärmedizinische Massnahmen eingesetzt. Verfahren wie beispielsweise Akupunktur, physiotherapeutische oder fasziale Behandlungen im Bereich grösserer Operationsgebiete oder eine ernährungsmedizinische Beratung können helfen, Schmerzen, Stress, Muskelverspannungen, Schlafstörungen oder allgemeine Erschöpfung zu lindern. Akupunktur und sogenannte Mind-body-Verfahren können nachweislich das eigene Wohlbefinden verbessern und Symptome wie Schmerz, Übelkeit oder Angst reduzieren. 

Im Allgemeinen richtet sich die Behandlung des Basalioms nach einem ganzheitlichen Behandlungskonzept, bei dem schulmedizinische Therapien und ergänzende Methoden sinnvoll kombiniert werden. Sie haben zum Ziel, nicht nur den Tumor zu entfernen, sondern auch die Lebensqualität und das eigene Körperempfinden auch langfristig zu stärken.

Die Prognose beim Basaliom ist in der Regel sehr gut. Sollte der Tumor früh erkannt worden sein und wurde anschliessend vollständig entfernt, sind die Heilungschancen besonders gut. Die Rezidivrate, also das Wiederauftreten des Tumors an derselben Stelle, hängt von der Tumorart, Lage, Grösse und der Therapieform ab. Bei der chirurgischen Entfernung des Tumors ist sie jedoch oft sehr niedrig. Wichtig ist jedoch, dass Menschen, die schon ein Basaliom hatten, ein erhöhtes Risiko für weitere Basaliome oder andere Formen von Hautkrebs haben. Daher sind regelmässige Kontrollen und auch ein konsequenter Sonnenschutz wichtig für die langfristige Nachsorge.

Dr. med. Karsten Ostermann M.A.

Beim Basaliom sind eine frühzeitige Diagnostik und ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept entscheidend. Ein integrativer Ansatz kann helfen, die Hautgesundheit langfristig zu unterstützen und die Behandlung ganzheitlich zu begleiten.

Dr. Karsten Ostermann

Weiterführende Informationen

Die aufgelisteten Informationen beinhalten relevante Themen und dienen dem besseren Verständnis.